Als seinen Hauptgegner sieht Weiß offenbar die Kulmbacher Bank, die im März den Insolvenzantrag gestellt hat.
Am Montag haben sich die Kontrahenten vor der 4. Zivilkammer des Landgerichts Bayreuth getroffen. Das Verfahren hat zwar nichts mit der Insolvenz zu tun, aber Weiß fordert von der Kulmbacher Bank 1,5 Millionen Euro Schadenersatz. Er behauptet, das Geldinstitut habe ihn durch Kreditgeschäfte sittenwidrig geschädigt. Außerdem will Weiß erreichen, dass die von dem Geldinstitut betriebene Zwangsvollstreckung des Firmengrundstücks in der E.-C.-Baumann-Straße für unzulässig erklärt wird.

In der Verhandlung ist vorgetragen worden, dass Weiß für das Firmengelände einen Investor in Aussicht habe. Deshalb sei ein Gutachten über den Wert des Grundstücks in Auftrag gegeben worden. Die Parteien wollen sich an einen Tisch setzen, wenn das Gutachten vorliegt, und versuchen, sich außergerichtlich zu einigen. Dazu haben sie bis 20. September Zeit.

"Nicht aus Spaß gemacht"


Zwar nicht zu dem schwebenden Verfahren, aber zu Vorwürfen, die Thomas Weiß gegen die Kulmbacher Bank erhebt, äußert sich Bank-Vorstand Dieter Bordihn. "Den Insolvenzantrag mussten wir stellen, weil wir nach rechtlicher Prüfung zu der Überzeugung gelangt sind, dass es keinen anderen Weg gibt", erklärt er. "Wir machen so was ja nicht aus Spaß. Wir haben uns nichts vorzuwerfen."

Über den Insolvenzantrag aber entscheide nicht die Bank, sondern das Gericht. "Und der Richter nimmt immer Rücksprache mit dem Schuldner", so der Bank-Vorstand. Erst dann werde ein vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt, der sich den Betrieb anschaut. Aufgrund dessen Gutachten sei hier das Insolvenzverfahren eröffnet worden. "Wir haben gesetzliche Pflichten und müssen Maßnahmen ergreifen, um Schaden von der Bank abzuwenden. Wenn ich das nicht tue, stehe ich persönlich in der Haftung", sagt Bor dihn. Über Zahlen zu den offenen Forderungen seines Hauses spricht er nicht.

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