"Der kleine Prinz" ist eine mit eigenen Illustrationen versehene Erzählung des französischen Autors Antoine de Saint-Exupéry und zugleich sein bekanntestes Werk. Saint-Exupéry, im Krieg als Pilot eingesetzt, kam bei seinem letzten Aufklärungsflug am 31. Juli 1944 ums Leben.

Anja Dechant-Sundby, die in Weismain zu Hause ist und auch schon mit großem Erfolg an der Naturbühne in Trebgast Regie geführt hat, inszeniert dieses Stück derzeit an der Studiobühne Bayreuth. Premiere ist am kommenden Samstag um 20 Uhr.

Es spielen Birgit Franz, Frank Joseph Maisel und Sabrina Schmitt, die seit Dezember 2015 in der Probenarbeit stecken.
Für die Bühne und die Kostüme ist Ruth Pulgram zuständig, die Maske übernimmt Andrea Ferri, für das Licht sorgt Ronald Kropf und für das Klangkonzept Klaus Straube.


Eine besondere Freundschaft


"Der kleine Prinz", das ist die Geschichte eines Jungen, der sterben wird, und es ist die Geschichte eines Mannes, dem ein Kind stirbt, das er liebt. Es ist ihre Geschichte, die Geschichte einer tiefen Freundschaft, wie man sie nur selten im Leben erlebt. Der kleine Prinz ist vom Himmel gefallen. Er kommt vom Planeten B 612.

Nachdem er seinen Planeten, der etwa so groß ist wie ein Haus, gründlich geputzt hat, macht er sich auf den Weg. Die Reise des kleinen Prinzen führt ihn zu sieben Planeten, zuletzt auf die Erde, wo er in der Wüste Sahara auf einen abgestürzten Piloten trifft, der versucht, sein Flugzeug zu reparieren. Der Pilot will zurück nach Frankreich, der kleine Prinz zurück zu seiner geliebten Rose. Aber wie kann das gehen?


Der Homer der Kinderseele


Die lange Reise des kleinen Prinzen, die ihn die seltsamsten Menschen und Wesen treffen lässt und ihn schließlich durch den Tod hindurch wieder zu seiner Rose zurückbringt, gehört zu den großen Geschichten der Weltliteratur. Saint-Exupéry ist der Homer der Kinderseele und sein "Kleiner Prinz" ein Odysseus, der mit wachsender Verwunderung durch die Welt der Erwachsenen reist. Die Geschichte erzählt von einer großen Liebe, von Trennung, Abenteuer, Freundschaft und Tod.


Autobiografisch gefärbt


Der französische Schriftsteller und Pilot Antoine de Saint-Exupéry veröffentlichte 1943 seine poetische Geschichte vom kleinen Prinzen, die autobiografisch gefärbt ist und bis heute nichts von ihrer Faszination eingebüßt hat. Eine Geschichte, die auch von der Eindringlichkeit ihrer Bilder lebt und die in der Neuübersetzung von Enzensberger sowie Bühnenfassung von Chlupka nun in der Studiobühne Bayreuth zu sehen sein wird.

Anja Dechant-Sundby war schon einmal für die Studiobühne Bayreuth tätig - mit der Produktion "Einer flog über's Kuckucksnest". "Ich freue mich sehr, dass ich einmal ein Stück mit drei Personen machen konnte, also etwas Kleineres, Intimeres. Jeder hat so seine eigene Faszination bei diesem Stück, das sogar generationsübergreifend ist und das einfach von der Philosophie und der Geschichte wie eine Welt- oder Planetenreise ist. Sie hat alles drin an Emotionen und an Stimmungen, die einen mitreißen und das hat mich schon als Kind sehr fasziniert."

Anja Dechant-Sundby hat sich in diesem Jahr gegen Trebgast entschieden, weil der Aufwand für sie im letzten Jahr zu groß war.


Requisiten vom Schrottplatz


Die Requisiten für das Stück wurden in einfachster Art geschaffen. Anja Dechant-Sundby: "Unsere Bühnenbildnerin war auf dem Schrottplatz und hat zwei Tage intensiv gestöbert, denn es musste ja alles irgendwo passen." So wird das absurde Flugzeug während des Stückes gebaut.

Die Weismainer Regisseurin ist dabei, ihr eigenes Theater in der Nähe des Waldhotels Fuchs aufzubauen: "Dort haben wir neu gebaut, und irgendwann in der Zukunft will ich dafür die Weichen stellen." Ein ambitioniertes Vorhaben. In dem Theater sollen einmal bis zu 100 Personen Platz haben.




"Der kleine Prinz"

Premiere Samstag, 19. März, 20 Uhr, Studiobühne Bayreuth

Weitere Termine 24. März, 13., 15. und 28. April, jeweils um 20 Uhr; 2. und 23. April um 17 Uhr,; 3., 10. und 17. April um 15 Uhr.