Bei vielen Eltern in Ziegelhütten geht die Angst um. Nicht ohne Grund: Ein Autofahrer soll am Dienstag im Forstweg versucht haben, eine Sechsjährige, die sich auf dem Weg von der Schule zum Hort befand, mit Süßigkeiten in sein Auto zu locken. Passiert ist nichts - das Mädchen und ein Junge, der sich in ihrer Nähe befand, sind weggerannt. Doch die Geschichte von dem Fremden, der die Kinder abpassen wollte, bleibt - und sorgt für Unsicherheit: nicht nur bei den betroffenen Eltern, sondern auch bei vielen anderen Familien, denen in diesen Tagen mulmig zumute ist.Hat sich die Geschichte wirklich so ereignet, wie sie das Mädchen erzählt hat? Eine Frage, die auch für die Polizei schwer zu beantworten ist. Erst vor wenigen Wochen hatte sich in Donnersreuth ein ähnlicher Vorfall ereignet, bei dem ein Mann Kinder mit Gummibärchen gelockt haben soll. Die Schüler waren von ihrer Version damals nach mehreren Befragungen durch Beamte abgerückt. "Es bestand für sie keine Gefahr", lautete schließlich das offizielle Statement der Kulmbacher Polizei.

Mädchen bleibt bei Aussage


In Ziegelhütten sieht es anders aus: Dort bleibt die Sechsjährige selbst Tage nach dem Ereignis bei ihrer Schilderung. Auch im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt sie, dass sie ein ihr unbekannter Mann angesprochen habe. Er habe sie mit Gummibärchen und Lutschern gelockt und ihr angeboten, sie nach Hause zu fahren. Der gleichaltrige Junge, der nicht direkt neben dem Mädchen lief, kann diese Aussage nicht bestätigen, er hat laut Polizei aber ein silberfarbenes Fahrzeug gesehen, in dem ein Mann mit braunen Haaren und Bart saß.

Der Mann mit dem Kleinwagen


Die Polizei warnt vor Hysterie, nimmt die Aussage, die das Mädchen getroffen hat, aber ernst, wie Jürgen Stadter, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken in Bayreuth, auf Anfrage betont. "Auch wenn Kinder solche Situationen womöglich falsch interpretieren."
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