Derzeit wird der einstige schmale Wanderweg am "Emmabrunnen" über das Förderprogramm "Waldinitiative Ostbayern - Sondergebiet Schorgasttal" mit einer Länge von 1010 Metern zum Rückeweg ohne Schottertragschichten und Entwässerungsgraben mit einer Breite von rund drei Metern ausgebaut. Damit werden vor allem Maßnahmen gefördert, die mit den üblichen staatlichen Förderprogrammen nicht abgedeckt sind. Bisher galt die "Fronleite" in diesem Bereich als ein unerschlossenes Gelände.

Über den neu geschaffenen Rückeweg "Fronleite" wird eine Waldfläche von 8,329 Hektar erschlossen, neben der Waldfläche der Marktgemeinde Wirsberg ist auch ein Privatwald betroffen.

Die Maßnahme wurde vom Forstamt Stadtsteinach öffentlich ausgeschrieben, die Firma Werner Kramer aus Wirsberg gab mit 9400 Euro das annehmbarste Angebot ab.

Aufgrund der Ortskenntnis und der Erkenntnisse bei Begehungen war klar, dass beim Bau des Rückeweges mit einem hohen Felsaufkommen zu rechnen war, was aller Wahrscheinlichkeit auch eine Erhöhung der ursprünglich geschätzten Baukosten vermuten lässt.

Über das Förderprogramm wird die Maßnahme zu 90 Prozent gefördert, sie dient in erster Linie der Erschließung der Waldflächen. Damit wird auch die allgemeine Zugänglichkeit für den Feuerschutz und die Rettungsdienste entscheidend verbessert. Der Eigenanteil der Waldbesitzer liegt also nur bei zehn Prozent.

In Etappen von 50 Metern

Forstamtmann Steffen Auerswald weiß die Arbeit von Werner Kramer zu schätzen: "Er muss mühsam vom Hang was wegnehmen und an der Talseite anbauen und dabei ganz vorsichtig arbeiten. Beim Beginn des Rückeweges sind wir sogar auf einen Felsen gestoßen, mit einem Felsenhammer musste das Gestein abgespechtet werden. Die Arbeiten waren auch insofern nicht einfach, weil sie immer nur Zug um Zug mit dem Holzeinschlag erfolgen konnten." Der Holzeinschlag lief über die Waldbauernvereinigung Kulmbach-Stadtsteinach, die die Stämme rauszog und auf einem eigens dafür geschaffenen Platz an der Kreisstraße gegenüber dem gemeindlichen Bauhof lagerten. In der Regel konnte sich Werner Kramer immer nur eine Wegstrecke von rund 50 Meter vornehmen.

Auslöser für den Bau des Rückeweges war der Borkenkäferbefall in dem Privatwald. Forstamtmann Auerswald: "Es musste unbedingt was getan werden, denn der Privatwaldbesitzer hatte überhaupt keine Chance, an seinen Wald ranzukommen, denn im unteren Bereich reichen ja die Häuser bis an den Wald ran. Es ist ein ganz gefährliches Gelände." Und ohne eine ausreichende Erfahrung bei derartigen Maßnahmen wäre es auch Werner Kramer nahezu unmöglich gewesen, die Arbeiten zu verrichten.

"Eine der größten Herausforderungen"

Für Bürgermeister Hermann Anselstetter ist dieser Rückewegbau eine der größten Herausforderungen, die die Gemeinde im Waldwegebau bisher zu meistern hatte: "Für uns ist es ein Glücksfall, dass wir bei der Ausschreibung mit Werner Kramer einen ortskundigen Baggerunternehmer gewonnen haben, der mehr als seine Pflicht tut. Die Fronleite ist ein Steilhang, der von der Neufanger Höhe ins Kosertal herabfällt und mit vielen Felspartien gespickt ist. Dank der Wegebau-Erfahrung in seinem Privatwald im hinteren Teil der Fronleite kennt Kramer dieses steile Waldgelände wie seine Hosentasche. Ich habe echt daran gezweifelt, ob mit der Vergabesumme an dieser Fronleite, die bisher lediglich einen schmalen Wanderweg geduldet hat, überhaupt ein Holz-Rückeweg gebaut werden kann. Werner Kramer beweist, dass diese gewaltige Herausforderung mit technischer Modellierkunst und großer Leidenschaft zu schaffen ist. Ich hoffe, dass er seine unvorhersehbaren Arbeiten wie zum Beispiel verborgene Felsbänke auch gefördert und bezahlt bekommt.

"Die Nutznießer dieses Wegebaues sind neben der Marktgemeinde vor allem Privatwaldbesitzer, die jetzt ihre Borkenkäfernester wirtschaftlich einschlagen und auch abtransportieren können.