Zweimal hat ein 20-Jähriger, der in einem Auto mit gestohlenen Kennzeichen unterwegs war, die Anhaltesignale der Polizei missachtet. Bei seiner Flucht gefährdete er andere Verkehrsteilnehmer und Polizeibeamte. Des Weiteren leistete er bei seiner Festnahme in Rohr Widerstand, verletzte zwei Beamte und beschädigte zwei Polizeiautos.

Mit gestohlenen Kennzeichen unterwegs

Am Montag kurz nach 18.15 Uhr war eine Streifenbesatzung der Verkehrspolizei Bayreuth auf der Autobahn 9 auf einen schwarzen BMW aus dem Zulassungsbereich Karlsruhe aufmerksam geworden. Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass an dem Wagen Kennzeichen angebracht waren, die wenige Tage zuvor gestohlen worden waren.

Als die Beamten mit einer weiteren Streife den Wagen bei Trockau anhalten wollten, flüchtete der Autofahrer mit hoher Geschwindigkeit. Beim Überholversuch einer Streife auf einer Landstraße rammte der 20-Jährige das Dienstauto. Weiterhin überholte er ohne jede Sicht auf den Gegenverkehr einen Laster. Aufgrund der höchst gefährlichen und rücksichtlosen Fahrweise konnte der BMW-Fahrer zunächst entkommen. Größere Fahndungsmaßnahmen, auch per Polizeihubschrauber, blieben zunächst erfolglos.

Polizeiauto gerammt

Am Dienstag gegen 5.45 Uhr erkannten zwei Polizeibeamte auf dem Weg zum Dienst den gesuchten BMW der 3er Reihe auf der Bundesstraße B85 bei Neudrossenfeld. Sie nahmen die Verfolgung auf und verständigten die Einsatzzentrale Oberfranken. Als der Fahrer die herannahenden Polizeifahrzeuge erkannte, gab er Gas. Seine Flucht endete jedoch in Rohr in einer Sackgasse auf einem Privatweg. Dort versuchte er noch, durch mehrmaliges Rammen des Dienstautos freizukommen. Kurz darauf flüchtete der junge Mann ein Stück zu Fuß, konnte jedoch von den Polizisten gestoppt und gefesselt werden. Auch ein Warnschuss fiel.

Bei der Festnahme leistete der 20-Jährige erheblich Widerstand, wodurch zwei Polizisten Verletzungen davontrugen. Insgesamt verursachte der Tatverdächtige einen Sachschaden von mehreren tausend Euro. Wie die Ermittlungen ergaben, war dem jungen Mann aus Baden-Württemberg bereits die Fahrerlaubnis entzogen worden. Im Krankenhaus musste er eine Blutprobe abgeben.

Haftbefehl erlassen

Am Mittwoch erging auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bayreuth Haftbefehl gegen den Beschuldigten insbesondere wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und versuchter gefährlicher Körperverletzung. Er sitzt in einer Justizvollzugsanstalt ein.

Fußgänger oder Autofahrer, die durch die Fahrweise des schwarzen BMW mit Karlsruher Kennzeichen gefährdet wurden, werden gebeten, sich bei der Polizei Bayreuth-Stadt unter der Telefonnummer 0921/506-2130 zu melden.