Neuer Ministerialbeauftragter für die Gymnasien in Oberfranken ist der frühere Leiter des Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasiums, Harald Vorleuter. Darüber hatten wir bereits am 10. Mai informiert.

Damals hatten wir auch darüber berichtet, dass das Landgericht München I Vorleuter in zweiter Instanz wegen Vorteilsnahme im Amt zu einer Geldstrafe von 8000 Euro auf Bewährung verurteilt habe.

Diese Darstellung müssen wir korrigieren. Tatsächlich hat das Landgericht München in seinem Urteil von 2009 unter Berücksichtigung der Umstände im deutlichen Unterschied zu einer Geldstrafe lediglich eine Verwarnung ausgesprochen.

Dies bedeutet, dass der 59-Jährige weder vorbestraft ist, noch ein Eintrag im Bundeszentralregister vorgenommen wurde. In dem Prozess war es um den Vorwurf gegangen, Vorleuter habe sich in Vorbereitung des Rahmenprogramms bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland und als Chef einer "Task-Force" von BMW zum Formel-1-Rennen nach Monaco einladen lassen. Untergebracht sei er demnach auf einer Luxusjacht gewesen.

In diesem Verhalten hatte die Münchner Staatsanwaltschaft die gesetzeswidrige Annahme eines Vorteils durch einen Beamten gesehen. Harald Vorleuter hingegen hatte geltend gemacht, er sei als Vorsitzender eines das Kulturprogramm unterstützenden Vereins stets unterwegs gewesen, um sich ein Bild von einem Rennsportevent zu machen, aus dem man Teile in das Kulturprogramm habe übernehmen wollen. Unlauter Aufgaben vermengt habe er dabei nicht.

Der 59-Jährige tritt seine neue Stelle als Ministerialbeauftragter für die Gymnasien zum 1. August an. Vorleuters Dienstsitz ist das Jean-Paul-Gymnasium in Hof. Sein Vorgänger Edmund Neubauer geht in den Ruhestand. Vorleuter wirkte zuletzt als Direktor des Gabriel-von-Seidl-Gymnasiums in Bad Tölz.

Der promovierte Diplompsychologe Vorleuter studierte Sport, Sozialkunde und Psychologie. Den Kulmbachern ist er bekannt aus seiner Zeit am MGF-Gymnasium. Dort war er von 1995 bis 2002 zunächst als ständiger Stellvertreter und schließlich als Schulleiter tätig. Im Anschluss arbeitete er als Büroleiter der früheren bayerischen Kultusministerin Monika Hohlmeier (CSU).