Heute endete die Eintragungsfrist für das Volksbegehren der Freien Wähler "Ja zur Wahlfreiheit zwischen G 9 und G 8 in Bayern". Morgen Mittag müssen die Ergebnisse beim Landratsamt vorliegen, aber bereits jetzt ist klar, dass Begehren auch in Kulmbach gescheitert ist. In den beiden größten Städten München und Nürnberg lag die Beteiligung am Montagabend bei 1,7 Prozent.

4,3 Prozent war das höchste

Auch in Kulmbach wurden die benötigten zehn Prozent nirgends erreicht. Als gestern um 16.30 Uhr in Kulmbach die Einschreibefrist endete, hatten sich 452 Personen eingetragen, das entspricht bei insgesamt 21 641 Wahlberechtigten rund 2,1 Prozent.
Bis gestern Mittag kam Mainleus auf rund 1,49 Prozent (77 Unterschriften), Marktleugast auf 1,5 Prozent (41 Unterschriften) und Stadtsteinach mit 89 Unterschriften auf 3,3 Prozent. Die meisten Bürger, wenn auch nicht genug, trugen sich in Neudrossenfeld mit 4,3 Prozent (134 Unterschriften) ein und in Thurnau mit 4,1 Prozent (141 Unterschriften).

Zehn Jahre nach der Schulreform sollte, so der Vorschlag der Freien Wähler, jedes Gymnasium selbst entscheiden, ob es G 8 oder G 9 oder beides parallel anbietet. Dass sie damit nun gescheitert sind, hat für Konrad Fischer-Andreassohn, Kreisgeschäftsführer der Freien Wähler, vor allem zwei Ursachen: Der Wahlmarathon der vergangenen Monate und ein gewisses Desinteresse: "Wenn es einen nicht selbst betrifft, trägt man sich auch nicht ein". Erschwerend hinzu kam, dass der Zeitpunkt während der WM denkbar ungünstig war. Die wichtigste Nebensache der Welt rückt erfahrungsgemäß politische Themen in den Hintergrund.

Dennoch ist sich Fischer-Andreassohn sicher, dass weit mehr als die zwei Prozent, die sich im Schnitt eingetragen haben, mit dem G 8 nicht einverstanden seien. Nach dem gescheiterten Volksbegehren wird sich so schnell nichts ändern.