Zu dem Interview erreichte uns folgende Stellungnahme:

Die Argumentation von Herrn Weiger liest sich erst einmal sehr interessant und subjektiv schlüssig. Aber wie sieht es tatsächlich mit den Fakten aus?

"In den Alpen wird es aufgrund fehlender Rentabilität sowieso keine Windkraftanlagen geben", so die Aussage von Herrn Weiger. Fakt ist, dass im Voralpenland eine wesentlich höhere Windhöffigkeit herrscht als im Fränkischen Jura. Das zeigt nicht nur der Bayerische Windatlas eindeutig. Daraus folgt, dass die Rentabilität von Windkraftanlagen dort eher gegeben ist als im Fränkischen Jura. Sind Windkraftanlagen dort nicht rentabel, dann sind sie es erst Recht nicht bei uns!

Bis heute konnte niemand, weder Projektierer, noch Politiker oder der Bund Naturschutz ein in sich schlüssiges Konzept vorlegen, wie die Energiewende mit der Windkraft als tragende Säule funktionieren soll.
Das ist technisch nicht möglich. Die einzige schnell umzusetzende Möglichkeit ist das Schaffen von Alternativen durch das Nutzen fossiler Brennstoffe. Windenergie stellt keine machbare Alternative dar - außer es geht auf Kosten unseres Wohlstands.

Volksverdummung

Für Bürgerwindräder in einem ausgewiesenen Schwachwindgebiet zu werben, ist nach Ansicht von Pro Heimat Volksverdummung und verantwortungslos, zahlreiche Insolvenzen würden das bestätigen .

Das Modell der Bürgergenossenschaften hat nur den Sinn des Umgehens der Prospektpflicht, wodurch die tatsächlichen Risiken, im Gegensatz zu anderen Anlageformen, nicht mehr umfangreich dargestellt werden müssen. Dabei nenne keiner der Windkraftbefürworter, wie hoch das tatsächliche Risiko einer Investition in Windkraftanlagen in unserer Region ist - das Risiko ist faktisch sehr hoch!

Der Bundesverband Windenergie sage klar aus, dass die Rentabilitätsgrenze bei 2000 Volllaststunden pro Jahr liegt. In der Region Bayern waren bisher aufgrund tatsächlicher Ertragswerte ermittelte Auslastungen zwischen 1300 und 1600 Vollaststunden im Durchschnitt zu verzeichnen. Das sage aber keiner der Befürworter interessierten Anlegern.

Für die sogenannte Energiewende habe die Region schon sehr viel beigetragen. "Mit über 100 Hektar Freiflächen-Photovoltaik - das ist die zweitgrößte Anlage Deutschlands - zwölf Biogasanlagen und 14 Windrädern haben wir genug erneuerbarer Energie im Jura."

Dass wir aber für unwirtschaftliche Windkraftanlagen unsere Heimat zerstören lassen, unsere Gesundheit opfern (Infraschall, Schattenschlag und Lärm) und Millionen an Grundstückswertverlusten hinnehmen sollen, dagegen werde man weiter vorgehen. Gegen die größte Dichte an Windvorranggebieten in Bayern hat sich nicht nur dieBevölkerung zwischen Azendorf und Wattendorf zu 90 Prozent eindeutig ausgesprochen, sondern auch die Gemeinden Wonsees, Stadelhofen und die Stadt Weismain.

"Wir, die Bürgerinitiative ProHeimat Fränkischer Jura fordern, nicht nur die 10H-Abstands-Regelung umzusetzen, sondern auch die Anzahl der Windkraftanalagen in Bayern gleichmäßig auf alle Regierungsbezirke zu verteilen, auch in den Süden.

Für Mindestabstände von 2000 Metern und mehr stehen in Bayern immerhin noch 1,3 Prozent der Landesfläche zur Verfügung.

BN profitiert von den Anlagen

Die Aussage, der Bund Naturschutz (BN) profitiere nicht von den Windkraftanlagen, sei absolut falsch! Fakt sei, dass das Unternehmen Naturstrom AG unter anderem von Mitgliedern des Umweltverbands Bund Naturschutz gegründet wurde.

Weiterhin profitiere der BN von den Kompensationszahlungen an den Bayerischen Naturschutzfonds, die für den Bau von Windkraftanlagen vom Projektierer bezahlt werden müssen - in Zultenberg seien das für vier Windkraftanlagen auf dem Gebiet des Landkreises Kulmbach immerhin insgesamt 302 705,07 Euro.

Und das, obwohl aus diversen Gründen 50 Prozent Rabatt gewährt worden seien. Der Baye rische Naturschutzfonds setze den BN als Projektierer für Naturschutzprojekte ein und cofinanziere Projekte des BN. Somit sei es Fakt, dass der BN absoluter Profiteur der aktuellen Windkraftpropaganda und somit deren Befürworter ist!
Aber auch die Landkreise bekommen durch die Antragsbearbeitungen eine Menge Geld in den Säckel. Für die vier Anlagen in Zultenberg waren es Zahner und Bergmann zufolge für den Landkreis Kulmbach stolze 123 933,15 Euro. "Für die Zerstörung unserer Heimat!"

"Also Herr Weiger, bleiben Sie bei der Wahrheit und stellen Sie sich nicht als gemeinnütziger, die Welt rettender Wohltäter dar", schreibt der Verein weiter. "Sie und Ihre Institution handeln offensichtlich ausschließlich profitorientiert und scheuen deshalb nicht einmal vor unhaltbaren Aussagen zurück." Über 6300 Personen hätten sich bereits per Unterschrift gegen die Windkraftplanungen im Fränkischen Jura ausgesprochen und die Zahl steige täglich.

Immer mehr Bürger verstünden, worum es den meisten "Wohltätern" aus Politik und Wirtschaft tatsächlich geht ... so wie es aussieht um Posten, Geld und Profit ... um nichts Weiteres!

Kein Ersatz für ein Kraftwerk

Tatsache ist, dass tausende Windräder kein einziges konventionelles Kraftwerk ersetzen können, weil sie mit einer Auslastung von 15 Prozent der Volllaststunden nur Zufallsstromerzeuger sind und somit keine kontinuierliche Energieproduktion gewährleisten können - ganz im Gegensatz zu Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerken.
Der Schutz der Bürger durch Mindestabstände zur Wohnbebauung von 2000 Metern muss Vorrang vor zweifelhaften wirtschaftlichen Interessen haben.

"Die Verantwortung für die Region tragen die Bürgermeister und Landräte, nicht die Regierung von Oberfranken. Wir erwarten jetzt Ihre volle Unterstützung", heißt es abschließend.