"Das Dach über unserem Kopf ist fast fertig, wenn auch noch nicht bezahlt. Aber ich nehme das als Zeichen, dass Marienweiher auch in Zukunft ein Ziel, das leuchtet, sein kann", zeigte sich Pater Alard zuversichtlich über den Fortgang der Sanierungsarbeiten an der Basilika und über den Fortbestand des Klosters und wollte gar nicht an die schweren Zeiten der letzten Jahre erinnern. Doch Bürgermeister Norbert Volk und Professor Wolfgang Protzner wärmten die Verkaufspläne noch einmal auf. Denn schließlich waren es diese Pläne, die Marienweiher ins Licht der Öffentlichkeit gestellt haben und die letztlich dafür gesorgt haben, dass das Klosterspitzen-Festival ins Leben gerufen wurde.

Herzlich gelacht


Der Frankensima (Philipp Simon Goletz) wäre kein Kabarettist, wenn er den Ball nicht aufgenommen hätte. Natürlich wurden die Verkaufspläne des Klosters, gegen die die Lokalpolitiker und die Landespolitiker damals gemeinsam angekämpft haben, noch einmal haarklein ausgebreitet und gehörig aufs Korn genommen. Und da die Planungen nicht umgesetzt worden sind, können die Marienweiherer inzwischen auch herzlich darüber lachen. Auch darüber, dass Professor Dr. Wolfgang Protzner wegen seiner deutlichen Worte ("denen haben sie doch ins Gehirn geschissen") sogar vor Gericht gezogen wurde - aber man, da er niemanden namentlich beleidigt hatte, ihn nicht belangen konnte.

Kampfparole


"Der Bayernsepp jodelt, das Hofbräuhaus lacht, doch bei uns in Franken, wer'n immer mehr Lichter ausgemacht", hatte der Frankensima auch Nachdenkliches zu bieten. Ja, die Franken wüssten genau, wie sich Arschkartenbesitzer fühlten. "Aber, oh Wunder, wir Franken geben euch Zunder", gab der Kabarettist die Kampfparole aus, und das Publikum tobte.
Mehr als 800 Gäste waren zum Ausklang des Katholiken-Feiertags Maria Himmelfahrt zu den Marienweiherer Klosterspitzen gepilgert. "Das ist ein grandioser Erfolg, wir hatten uns ursprünglich mal 500 als Ziel gesetzt", zog der Organisator und Erfinder Philipp Simon Goletz Bilanz.

Hirtenhorn und Akkordzithern


Auch in diesem Jahr gab es wieder kuriose Gäste. Heinz Dumler war mit 75 Jahren der älteste Solist auf der Bühne. Er hatte sein 2,88 Meter langes Hirtenhorn (Alphorn) mitgebracht und zeigte seine Kunst.
Bei den Klosterspitzen gaben auch die Helmetzer Kirchbergsaiten mit ihren Akkordzithern, begleitet von Gesang und Gitarre, die Buckenreuther Literaten mit Sonja Keil, Richard Seuß und Reinhard Witzgall sowie die Kupferberger Schupfenmusik und "der Hofer Spaziergänger" Gert Böhm Kostproben ihres Könnens. Der heimische Musikverein Marktleugast, Kulturpreisträger des Landkreises Kulmbach, sorgte mit fränkischen Liedern für gute Unterhaltung. Für Dirigent Heinz-Georg-Busch waren die Klosterspitzen der letzte Auftritt, denn er legt den Dirigentenstab nieder. Mit der Lichtershow in der Basilika und dem feierlichen Glockenläuten klang die Veranstaltung aus.