Es ist der 23. Mai 2012, 9.30 Uhr: Ein Marktleu gaster beobachtet ein dunkles Auto mit ausländischem Kennzeichen in der Weststraße. Irgendwie hat er ein komisches Gefühl. Denn in dem Auto sitzen drei Personen, die Ausschau halten.

Der aufmerksame Marktleugaster will sich das Kennzeichen merken, doch das funktioniert nicht: Es ist einfach zu exotisch. So ritzt er die ungewöhnliche Nummer in die Bretter einer Scheune. Und wenig später ist das Malheur auch schon entdeckt: Im Anwesen einer Nachbarin ist tatsächlich eingebrochen worden, die Täter haben Bargeld und Schmuck im Wert von insgesamt 2200 Euro erbeutet.

Der Zeuge geht zurück zur Scheune, kann das Kennzeichen des Fahrzeugs entziffern, und nur eine Stunde später klicken auf der Autobahn A 9 die Handschellen. Die Täter sind gefasst, das Diebesgut sichergestellt.


"Der Herrgott sieht alles..."

Der Stadtsteinacher Polizeichef Alexander Horn erinnert gerne an diesen Polizeibericht, wenn er nach Vorsichtsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Urlaubszeit und verwaisten Wohnhäusern befragt wird. Denn: "Urlaubszeit ist Einbruchszeit. Und die soziale Nähe zu den Nachbarn ist bei der Prävention das A und O", sagt der 42-Jährige aus Erfahrung. Der Volksmund formuliert es etwas anders: "Der Herrgott sieht alles, der Nachbar noch viel mehr."

Horn nennt diese Art der Nachbarschaftshilfe auch nicht unter "ferner liefen", sondern als wichtigstes Instrument überhaupt bei der Abschreckung von Einbrechern.

"Man sollte auf jeden Fall alles tun, damit ein Haus bewohnt aussieht", rät der Hauptkommissar und warnt vor wochenlang heruntergelassenen Rollos, vollgestopften Briefkästen und leichtfertig gekippten Balkonfenstern. Wenn sich ein Nachbar regelmäßig umschaue, auch einmal am Abend das Licht im Haus einschalte und den Briefkasten leere, dann sei schon viel geholfen, weiß Horn aus Erfahrung.

Gesundes Misstrauen an den Tag legen

"Ein gesundes Misstrauen an den Tag legen", das empfiehlt der Stadtsteinacher Polizeichef in jedem Fall bei unbekannten Personen und Fahrzeugen. "Wir leben glücklicherweise auf dem Land, wo jeder jeden kennt. Lieber einmal ein Kennzeichen zu viel aufschreiben als einmal zu wenig", betont Horn und entkräftet auch die landläufige Meinung, Einbrecher kämen nur nachts. "Ein Drittel der Wohnungseinbrüche werden am Tag begangen. Tages- und Dämmerungseinbrüche schlagen immer mehr auf."

Was man noch tun sollte, wenn man ein Wohnhaus für den Urlaub längere Zeit verlässt? "Einbruchhemmende Mittel einbauen", sagt Horn und nennt zum Beispiel Abdeckungen für Kellerschächte oder verschließbare Rollo-Kästen. Ein Trugschluss sei es, dass Einbrecher allein im Erdgeschoss nach Einstiegsmöglichkeiten suchen. "Die klettern notfalls auch über den Balkon in den ersten Stock", sagt Alexander Horn.

Ein gewaltsamer Zutritt sollte einem Täter so schwierig wie möglich gemacht werden. Denn: "Wenn ein Einbrecher innerhalb von zwei Minuten nicht reinkommt, dann lässt er von seinem Vorhaben ab", sagt ihm die Erfahrung.

Tipps im Internet

Für weitere Tipps zur Einbruchsicherung empfiehlt der Hauptkommissar auch einen Blick ins Internet. Auf der Webseite der Polizei Bayern sind viele nützliche Hinweise zu finden. Und auch der Tipp der Versicherer, alle Wertsachen für den Fall der Fälle zu fotografieren, darf nicht fehlen.