Mit diesen Worten verlieh Bürgermeister Schmiechen (SPD) Burges (SPD) den Ehrentitel "Altbürgermeister". Bei dem Festakt, der von Heiner Beyer musikalisch umrahmt wurde, trug sich Burges auch ins Goldene Buch der Gemeinde ein.

Schmiechen begann seine Laudatio mit einem Zitat eines Politikers und Philosophen um 300 vor Christus: "Die Gründe, warum man einen Mann auszeichnen soll, sind in erster Linie sein Charakter, in zweiter Linie seine Art zu handeln, in dritter Linie seine Taten." 1976 kam Heinz Burges aus Tröstau mit seiner Familie nach Untersteinach und kandidierte 1984 erstmals für die SPD im Gemeinderat. Er wurde auch gleich zum stellvertretenden Bürgermeister gewählt, und 1990 stellte sich Heinz Burges erstmals zur Wahl als Bürgermeister von Untersteinach.
Bürgermeister Volker Schmiechen: "Wie sollte e auch anders sein, sein Engagement in Untersteinach wurde honoriert und Heinz Burges wurde zum Bürgermeister in Untersteinach gewählt. Seit 1990 hat Heinz Burges die Geschicke der Gemeinde als Erster Bürgermeister geleitet, nicht nur das, er wurde auch im Jahr 1990 Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Untersteinach, ebenso im gleichen Jahr Vorsitzender des Haupt- und Grundschulverbandes Untersteinach-Kupferberg und seit 2004 ist Heinz Burges auch Vorsitzender des Abwasserzweckverbands."

Die Handschrift von Heinz Burges ist in der Gemeinde Untersteinach mit ihren Ortsteilen Gumpersdorf und Hummeldorf nicht zu übersehen, wie Schmiechen weiter ausführte. Ob beim Bau des Feuerwehrgerätehauses, das in Untersteinach ein Blickfang ist, die Dorferneuerung in Untersteinach und zuletzt in Gumpersdorf. In der Pointwiese wurde das Versorgungsgebäude umgebaut, der dazu gehörige Festplatz mit Dorfteich und dem Mehrgenerationenspielplatz ist eine Vorzeigemaßnahme.

Kita hat Vorbildcharakter

Bürgermeister Schmiechen verwies auch auf die Sanierung des alten Rathauses und die Erweiterung des Gewerbegebietes: "Das Ansiedeln vieler neuen Betriebe gibt uns durch die Steuereinnahmen den für uns notwendigen Rückhalt. Der Schule am Bühl hat Heinz Burges ebenfalls seinen Stempel aufgedrückt." Hier wurde die Turnhalle umgebaut und ein Schulsportplatz errichtet und gewissermaßen als Krönung des Ganzen ist es gelungen, das gesamte Schulhaus über das Konjunkturpaket II energetisch zu sanieren. Daneben wurden attraktive und bezahlbare Bauplätze in den Gebieten "Melm I und II" geschaffen. Bürgermeister Volker Schmiechen weiter: "Der Bau eines Kindergartens mit Hort und späteren Anbau einer Kinderkrippe ist eni wahrer Glücksgriff für unsere Gemeinde. Unsere Kindertagesstätte hat Vorbildcharakter für viele anderen Gemeinden und Städte." Das Gemeindeoberhaupt sprach auch die Verlegung der B303 aus Untersteinach, die Hochwasserfreilegung, den Bau von Regenüberlaufbecken und Stauraumkanälen an, um die Abwasseranlage zu entlasten.

Sein letztes Projekt war die Dorferneuerung in Gumpersdorf. Die Ortschaft wurde mit dem Bau neuer Abwasserkanäle, einer Kläranlage, neuer Straßen und neuer Straßenbeleuchtung und einem Ortsbrunnen grundlegend erneuert. Seine größte Herzensangelegenheit, die Umgehung der B289, konnte Heinz Burges aber bis heute nicht verwirklichen. Bürgermeister Schmiechen: "Du weißt ja selber am besten, was für Unternehmungen und Klimmzüge bis heute unternommen wurden, um dieses Großprojekt zu realisieren, aber ich kann Dir versprechen, dass ich mit dem Gemeinderat zusammen auch weiterhin am Ball bleiben werde und nichts unversucht lasse, dieses Projekt noch zu verwirklichen."

Landrat Klaus Peter Söllner (FW) bezeichnete des Festakt als einen großen Tag für Untersteinach: "Diese Feierlichkeit hat der Mann, der heute im Mittelpunkt steht, mit Fug und Recht verdient. Wenn man die Amtszeit von Heinz Burges zusammenfasst, dann kann man sagen, dass es eine höchst erfolgreiche und gute Zeit für Untersteinach war, und es war auch eine gute Zeit in unserem Landkreis Kulmbach."

Söllner verwies darauf, dass er Heinz Burges 1990 kennengelernt habe, als man damals gemeinsam für die Kommunen von Stadtsteinach und Untersteinach Verantwortung getragen habe: "Von Beginn an war es ein wunderbares Miteinander. Eines der ersten Projektes, das wir damals auf den Weg gebracht haben, war der Geh- und Radweg Stadtsteinach - Untersteinach. Du hast für Deine Gemeinde Untersteinach unglaublich viel erreicht und hast Großartiges geleistet." Söllner ging schlaglichartigi auf einige Maßnahmen ein und stellte außerdem fest, dass Burges auch im Kreistag stets ein verlässlicher Partner war und immer noch ist.

Landtagsvizepräsidentin Inge Aures (SPD) betonte, dass Heinz Burges mit großem Stolz auf seine Amtszeit als Bürgermeister zurückschauen kann: "Du hast mit Deinem Gemeinderat die Weichen für eine gute Entwicklung von Untersteinach gestellt. Ihr habt alle weichen Standortfaktoren geschaffen, um bestehen zu können. Mit dem Konjunkturpaket hattet ihr natürlich einen "Sechser" im Lotto, und die Schule steht jetzt Tip-Top da."

Aures dankte Heinz Burger auch im Namen der SPD: "Du hast im Kreistag eine gewisse Souveränität und bist über die Parteigrenzen hinaus ein sehr geschätzter Mann gewesen, sondern Du bist es auch weiterhin." Auch in der Awo habe Burges zusammen mit seiner Frau Ingrid sehr viel geleistet. Einen Wunsch sprach Inge Aures an den Altbürgermeister noch aus: "Ich wünsche Dir, dass Dein Spaten nicht im Keller bleibt, sondern dass Du den Spatenstich für die Ortsumgehung von Untersteinach zusammen mit dem Gemeinderat noch erlebst."

Weitere Grußworte sprachen Pfarrer Wolfgang Oertel und sein Vorgänger im Amt, Pfarrer Raimund Pretzer, sowie Rektor Alexander Daut von der ungarischen Partnergemeinde Mogilani. Für die Feuerwehren von Untersteinach und Gumpersdorf richtete der Federführender Kommandant Daniel Nöske Worte des Dankes an den scheidenden Chef, Renate Meißner würdigte die Arbeit von Heinz Burges im Awo-Ortsverein. Vorarbeiter Heinz Popp sprach für die Mitarbeiter des Bauhofs. Sie übergaben einen Gutschein für eine Ruhebank.

Altbürgermeister Heinz Burges dankte für die Verleihung des Ehrentitels und freute sich auf seine neue Freizeit: "Die ehrenamtliche Arbeit war kein Joch, von dem ich befreit werden musste, sondern ich habe diese Arbeit sehr gerne gemacht. Die Arbeit hat mir Freude gemacht und sie hat mir letztendlich das Gefühl vermittelt, gebraucht zu werden, etwas gestalten zu können. Die Arbeit als Bürgermeister war für mich auch ein Stück Leben mit meiner Familie."