Zu Beginn des 3. Verhandlungstages gegen einen 48-jährigen Mann aus dem Landkreis Kulmbach erklärte der Vorsitzende Richter Michael Eckstein heute morgen, dass der Verteidiger des Angeklagten am Wochenende plötzlich schwer erkrankte und in eine Klinik eingeliefert werden musste. Da über den Gesundheitszustand des Mannes bislang nichts weiter bekannt ist, will das Gericht erst später eine Entscheidung treffen, ob der Prozess vertagt wird oder eventuell ausgesetzt werden muss. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, seine heute 27 Jahre alte Tochter als Kind in mindestens 138 Fällen sexuell missbraucht zu haben.
Er sei erst am späten Sonntagnachmittag durch einen Anwaltskollegen verständigt worden, erklärte Eckstein. Darauf habe er sämtliche für heute geladenen Zeugen informiert, dass sie erst einmal nicht vor Gericht erscheinen müssten. Zum aktuellen Gesundheitszustand des Verteidigers liege dem Gericht allerdings trotz mehrerer Kontaktversuche mit der Kanzlei keine Nachricht vor. Zum derzeitigen Zeitpunkt könne man deshalb noch nicht sagen, wie und vor allem wann der Prozess fortgesetzt wird, oder ob er zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal ganz von vorne aufgerollt werden muss. Eckstein wies aber auch darauf hin, dass die Kammer bereits bis Anfang April feste Termine hat, den Prozess bis dahin einzuschieben, sei praktisch nicht möglich.
Wie berichtet hatte der Angeklagte in den zurückliegenden beiden Verhandlungstagen alle Vorwürfe von sich gewiesen und von einem Komplott gesprochen. Das Opfer dagegen bestätigte die Vorwürfe, so wie sie die Staatsanwaltschaft in der Anklage aufgelistet hatte. Damit steht bislang Aussage gegen Aussage.