Eine ganz besondere Ausstellung ist am Caspar-Vischer-Gymnasium zu sehen: Das P-Seminar Physik unter der Leitung von Michael Nitschke hat nämlich die Wanderausstellung "Tour der Sinne" von Nürnberg nach Kulmbach geholt. "Wir wollen Schülern sowie allen Interessierten die Naturwissenschaften näher bringen", sagt Physiklehrer Nitschke. An 23 Stationen können bis zum 26. Oktober physikalische Phänomene erforscht werden.

"Magische Klötze"

"Es geht um das Themenfeld Wahrnehmung", so der Pädagoge. Die Wahrnehmung erfolge immer in dem Kontext, man könnte gewisse Dinge nicht abschalten. So etwa bei der Station "Magische Klötze", bei der ein kleiner Metallklotz, den man hochhebt, schwerer erscheint, als wenn man ihn zusammen mit einem größeren Holzklotz anhebt. Nitschke: "Dieser Eindruck vermittelt sich durch die kleinere Kontaktfläche, bei der man fester zugreifen muss. Dadurch denkt das Gehirn, es hat etwas Schwereres in der Hand." Man könne das auch nicht trainieren, es sei unmöglich, das anders zu spüren.

Beeindruckt zeigte sich auch Landrat Klaus Peter Söllner (Freie Wähler), der sich unter anderem an einer Station versuchte, bei der mit einer Spezialbrille das Gesichtsfeld verzerrt wird. Doch Söllner bewies als Sportler ausreichend Ballgefühl, und sein Gehirn passte sich der Situation schnell an.

Schulleiterin Ulrike Endres begrüßte die Aktion "Tour der Sinne", die vielen Schülern im Landkreis die Möglichkeit biete, das Fachgebiet der Physik auf spannende Weise zu erfahren. "Mehr als 600 Schülerinnen und Schüler aus dem Landkreis haben sich angemeldet." Das entspräche 28 Schulklassen. Auch außerschulisch soll die Ausstellung zahlreiche Interessierte anlocken. Dafür ist die "Tour der Sinne" am kommenden Mittwoch, Donnerstag und Samstag (17., 18. und 20. Oktober) jeweils von 13 bis 17 Uhr für externe Besucher, Kinder, Jugendliche wie Erwachsene im Forum des CVG geöffnet.

Die "verirrten Farben"

Zur Ausstellungseröffnung durften die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5d als erste eine "Tour der Sinne" absolvieren, und sie waren eifrig bei der Sache. Simon Bidermann und Gwendolyn Whetzal erforschten, wie sich mittels einer Schablone Farbverläufe verändern. Marisa Lissner, Ida Groh und Hanna Salzer versuchten sich an der Station "Verirrte Farben". "Selber ausprobieren macht viel Spaß", sagte Marisa Lissner, und alle drei waren sich einig: "Natur und Technik" gehört zu ihren Lieblingsfächern. "Wir haben auch einen tollen Lehrer", verrieten sie. "Zebrabox", "Kaffeehaustäuschung", "Hand aus Gummi" oder "Apples" - die Mitmachstationen haben klangvolle Namen und hegen Überraschendes, das es in der Ausstellung zu entdecken gilt.

Die hat über 4000 Euro gekostet. Das Geld wurde mit Spendengeldern finanziert, allen voran mit 3000 Euro, die die Rainer-Markgraf-Stiftung aus Bayreuth beigesteuert hat. "Ich gratuliere dem Landkreis zu einer aktiven Schule, der Schule zu umtriebigen Lehrkräften und den Lehrern zu zielstrebigen Schülern - solche Menschen braucht es in der Gesellschaft", sagte Florian Prosch, der Vertreter der Stiftung. Die weiteren Sponsoren waren der Landkreis Kulmbach, die Stadtwerke Kulmbach sowie die VR Bank Oberfranken Mitte.