Der neue Dekanatsjugendreferent Tim Herzog ist in der Region kein Unbekannter: Schließlich hat er sich für die Jugendarbeit in Kasendorf engagiert, bekleidete dann ab Sommer 2008 die Referentenstelle für das Projekt "Gerne jung, evangelisch" und pflegte dabei Kontakte zu den Gemeinden Buchau, Hutschdorf, Wonsees und Kasendorf. Seit 2010 ist diese Tätigkeit jedoch auf eine halbe Stelle reduziert worden - und so freut sich Tim Herzog, dass er seit Januar offiziell die halbe Stelle als Dekanatsjugendreferent - zusätzlich zur Projektarbeit (läuft noch bis 31. September 2012) dazu bekommen hat.

Eigentlich ist Tim Herzog, der aus Eschwege kommt, gelernter Elektriker. "Das ist ein schöner Beruf, aber ich wollte das nicht immer machen", erzählt er. Über sein Engagement in der Jugendarbeit kam Tim Herzog dann dazu, an der Evangelischen Hochschule Tabor in Marburg zu studieren. Er legte seine Bachelor-Prüfung mit Erfolg ab. Über ein Praktikum kam er in die Kulmbacher Region. Und da ist er geblieben.

Bis heute hat Tim Herzog das nicht bereut. In seiner neuen Funktion ist er für Buchau, Weismain, Hutschdorf, Langenstadt, Azendorf, Peesten, Kasendorf, Wonsees, Thurnau, Limmersdorf, Berndorf, Trumsdorf, Krögelstein und Hollfeld zuständig. "Ich bin derzeit noch in der Phase der Erhebung, muss erst einmal schauen, was alles so existiert", erläutert Herzog, der sich für die Begleitung Ehrenamtlicher und Fortbildung stark machen will. "Mein täglich Brot ist es derzeit, Mitarbeiter und Kreise kennen zu lernen. Da hatte ich schon so manches gute Gespräch."


Leistungsdruck ist allgegenwärtig



Ein Thema für den neuen Dekanatsjugendreferenten ist der Leistungsdruck, der heutzutage überall herrsche. "Ich möchte für die Kinder- und Jugendlichen einen Raum schaffen, wo sie ohne Druck fühlen, dass sie etwas wert sind - natürlich mit pädagogischen Aspekten", erklärt Herzog. "Es gibt im Dekanat viele, die sich engagieren. Aber bei denen, die im Gymnasium oder in der Realschule sind, braucht man vor 17 Uhr eigentlich nicht anrufen, weil sie keine Zeit haben. Wir müssen mit den veränderten Gegebenheiten zurechtkommen", sagt Herzog und bedauert die hohe Belastung. "Aber wenn sie mitarbeiten, sind sie sehr engagiert, bringen sich stark ein. Wir müssen nach Nischen suchen."

"Konkrete Projekte hat Herzog noch nicht anstoßen können. Doch der Präparandentag steht unter dem Motto "Verrücktes Labyrinth". Damit soll deutlich gemacht werden, dass Jugendliche von vielen Faktoren herumgeschoben werden - und auch einen Ausweg finden müssen. Zudem sei eine Freizeit in Ungarn geplant.

Der Einsegnungsgottesdienst, in dem Tim Herzog offiziell in das Amt des Dekanatsjugendreferenten eingeführt worden ist, war mit "Erbauliches" überschrieben. "Wir wollen etwas aufbauen, und die Jugendlichen sollen dabei lebendige Steine sein", erklärt Herzog das Motto. Wichtige Bausteine sind die Jugendtreffs in Wonsees (14-tägig, jeweils samstags von 19 bis 23 Uhr), in Buchau (14-tägig, jeweils freitags von 19 bis 22.30 Uhr) und Kasendorf (wöchentlich, jeweils freitags von 19.30 bis 23 Uhr).

"Wir wollen nicht nur einen Raum aufschließen, sondern wir wollen auch Ansprechpartner für die Jugendlichen sein", so Herzog, der versucht, so oft wie möglich vor Ort präsent zu sein. "Die Jugendlichen loben immer wieder, dass jemand da ist, der sich für sie Zeit nimmt. Sie stehen nie alleine da, sondern es gibt immer jemanden zum Reden."