Zahlreiche Bauanträge brachte der coronabedingt erneut verkleinerte Gemeinderat des Marktes Thurnau am Montagabend in der Turnhalle auf den Weg. Freiwillig waren einige Räte zu Hause geblieben, um die Zahl der Kontakte möglichst gering zu halten.

Bebauungsplan wird geändert

Bestimmt wurde die Tagesordnung durch Bauanträge. So fassten die Thurnauer Räte den Aufstellungsbeschluss, den Bebauungsplan "Sportgelände in Thurnau" zu ändern. Konkret geht es dabei darum, den Weg für den möglichen Bau einer Tennishalle oberhalb der Schorrmühle freizumachen. Das fragliche Grundstück liegt direkt neben den Tennisplätzen - allerdings im Außenbereich. Hintergrund der Überlegungen des Tennisclubs ist die Tatsache, dass die bisherige private Halle am ehemaligen Bahnhofsgelände bald nicht mehr genutzt werden kann.

Durch die Änderung des Bebauungsplans könnte der Weg für solch einen Neubau geebnet werden. "Endlich kommt zusammen, was zusammengehört", kommentierte Erwin Schneider (FW).

Storchenbau wird Hotel

Eine zukunftsweisende Entscheidung fasste das Gremium außerdem in Sachen Schloss. So soll der marode Storchenbau zwischen unterem und oberem Hof nach der Sanierung als Hotel genutzt werden. Die Gräflich Giech'sche Spitalstiftung hatte einen entsprechenden Antrag auf Erweiterung des Schlosshotels gestellt. Die Maßnahme solle in Eigenregie der Stiftung durchgeführt werden, erläuterte der Bürgermeister Martin Bernreuther. Allerdings leiste der Markt Schützenhilfe bei der Beantragung von Fördergeldern.

Die Außenhaut des Torwärterhauses neben dem Rathaus soll ebenfalls saniert werden. Die Verwaltung hatte sich bereits im vergangenen Jahr um Fördergelder aus Mitteln der Städtebauförderung bemüht - vergeblich, dann die Maßnahme ist schlicht zu klein. Jetzt wurde dem Markt nahegelegt, das gemeindeigene Fassadensanierungsprogramm in Anspruch zu nehmen. Hier winkt ein Zuschuss von 50 Prozent.

Neues Wohnhaus in Alladorf

Ebenfalls keine Probleme sahen die Mitglieder des Thurnauer Marktgemeinderats bezüglich des Antrages der Eheleute Hohenberger, die ein Einfamilienwohnhaus in Alladorf bauen wollen. Und auch gegen den Antrag von Werner Böttcher, einen Anbau an sein Wohnhaus zu errichten und eine Dachgaube und ein Carport zu errichten, beschieden die Räte positiv.

Auf der Tagesordnung stand noch eine Tektur der Firma Emons. Die Tragkonstruktion des Daches wurde geändert, dadurch erhöht sich die Konstruktion um 13 Zentimeter. Die Baumaßnahme ist bereits durchgeführt. Doch der Antrag war im November versehentlich nicht im Rathaus, sondern beim Landratsamt eingereicht worden. Nachträglich erteilten die Thurnauer Räte Zustimmung.

Stühle fürs neue Trauzimmer

Weiter beschloss das Gremium, für das neue Trauzimmer im Schloss Stühle anzuschaffen. Zwei Muster von Thurnauer Firmen standen zur Auswahl. Die Wahl fiel auf den Stuhl der Holzschmiede. Insgesamt 65 Exemplare sollen beschafft werden, davon fünf mit Polsterung. Kosten: 15 690 Euro brutto.

Bürgermeister Martin Bernreuther gab noch bekannt, dass der Markt Thurnau ein Baugrundstück in Hutschdorf verkauft hat. Auf diesem bestehe eine Baupflicht, der der neue Eigentümer innerhalb von drei Jahren nachkommen muss.

Außerdem hatte das Gremium in der nicht-öffentlichen Sitzung im Januar beschlossen, ein Loipenspurgerät anzuschaffen.

Der Bürgermeister wies noch darauf hin, dass es im Bereich Jägerstraße/Marktplatz zwischen dem 1. und 10. März Beeinträchtigung bei der Wasserversorgung geben. Der Grund sei, dass in Höhe des Gräf-Hauses ein Schieberkreuz erneuert werden muss. Während der Bauzeit müsse auch die Jägerstraße zwischen Marktplatz und der Einmündung zum Seidelsberg für den Verkehr gesperrt werden.