Der Angeklagte soll im Februar 2014 seine Exfreundin laut deren Aussage während eines Streits an den Armen gepackt und sie mit "Schlampe" beschimpft haben. Zwei Monate später war sogar die Nase der Frau gebrochen.
Zu den Streitereien war es gekommen, weil die gemeinsame Tochter der getrennt lebenden Beteiligten nicht bei ihrem Vater übernachten wollte. Daher, so gab er vor Gericht an, habe er im Februar versucht, die Mutter zu erreichen, was aber arbeitsbedingt nicht möglich war.


"Was bist du nur für eine Mutter?"


Der Beschuldigte erklärte, dass er daraufhin zum Arbeitsplatz seiner Ex fuhr und sie mit der Frage "Was bist du nur für eine Mutter?" zur Rede stellen wollte. Als die Frau sich abwandte, fuhr der Beschuldigte davon.
Die Frau holte ihre Tochter am selben Abend bei der Großmutter ab.

Weil der Vater sich wünschte, sein Kind öfter als zu den gesetzlichen Umgangszeiten zu sehen, kam es wiederholt zu Streiereien. Sie gipfelten schließlich Mitte April darin, dass der Vater seine Exfreundin und die Tochter vor deren Wohnungstür abfing. Er wollte sein Kind kurz auf den Arm nehmen, was die Mutter jedoch nicht zulassen wollte. Als der Angeklagte das Mädchen schließlich auf dem Arm hatte, schwenkte er nach eigenen Angaben unglücklich mit dem Kopf herum, wobei er die Frau an Nase und Stirn traf.


Da wurde ihr schwarz vor Augen


Die Mutter jedoch berichtete als Zeugin, er habe sie mit Absicht mit dem Kopf gestoßen, wobei ihr schwarz vor Augen wurde. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass ihr Nasenbein gebrochen war. Es musste unter Narkose gerichtet werden.

Richterin Sieglinde Tettmann stellte das Verfahren auf Antrag von Verteidiger Andreas Kaspar vorläufig ein, allerdings mit der Auflage, dass der Angeklagte 2700 Euro an den Weißen Ring zahlen muss. Zudem hat der Mann die Zahlung des Schmerzensgelds an die Geschädigte fortzuführen und einen gewissen Schutzabstand zu seiner Exfreundin zu halten.

Der Angeklagte, der sich schon mehrfach bei der Frau entschuldigt hatte, akzeptierte das Urteil.