Es ist längst bekannt, dass die Kulmbacher Brauerei ein Herz für Motorradfahrer hat. Seit 2001 lädt sie alljährlich in die heimliche Hauptstadt des Bieres ein, wenn Ende April die Sternfahrt stattfindet. Für zwei Tage wird dann die Markgrafenstadt zum Bikermekka, und bis zu 40 000 Gäste besuchen das bunte Spektakel. Doch die Kulmbacher Brauerei tut noch weitaus mehr für die Zweiradfreunde: Jetzt hat sie Motorradfahrer erstmals zu einem Sicherheitstraining eingeladen.

Dem kühlen Wetter trotzend fanden sich auf dem ADAC-Gelände bei Schlüsselfeld viele Motorrad-Enthusiasten aller Altersgruppen zusammen, um ihre Fahrkünste zu verbessern. Alexander Czech vom oberfränkischen Polizeipräsidium gehörte ebenso dazu wie Pfarrer Stefan Lipfert aus Kasendorf, der auf der Sternfahrt sonntags den Motorrad-Gottesdienst hält.



Aus einer anderen Perspektive


Auch das Orga-Team der Kulmbacher Motorradsternfahrt war durch Natalia Balacka vertreten. "Viele Partner und Gestalter der Sternfahrt kommen am 23. und 24. April mit dem eigenen Motorrad zu dem Event. Umso wichtiger ist es, dass auch sie sich rechtzeitig mit ihrer Maschine auseinandersetzen und entsprechend auf die nächste Sternfahrt in Kulmbach vorbereiten", erklärte Balacka die Intention des Fahrsicherheitstrainings.

Neben den Gestaltern der Sternfahrt hatten zudem Journalisten sowie Besucher der Sternfahrt die Chance, das Thema einmal aus einer anderen Perspektive kennenzulernen. Und dabei so manches Vorurteil über die Freunde schwerer Maschinen über Bord zu werfen. So tauschte der eine oder andere den Sessel in der Redaktion gegen die Sitzbank eines heißen Ofens. Für manche eine ganz neue Erfahrung.

Günther Zaloga, Ausbildungsmoderator des ADAC Nordbayern, machte die Gäste mit dem großzügig angelegten Trainingsgelände in Schlüsselfeld vertraut und gab ihnen wertvolle Tipps, die lebensrettend sein können. Wie reagiere ich, wenn mir ein Auto die Vorfahrt nimmt? Wie komme ich am sichersten durch die Kurven? Wie bremse ich am effektivsten? Worauf kommt es jetzt beim Start in die neue Saison an? Und, und, und ...


Höchste Konzentration gefragt


Doch grau ist alle Theorie, und schon bald starteten die Motoren auf der Strecke. Die hatte es in sich. Der Parcours forderte den Teilnehmern höchste Konzentration ab, zumal der noch nasse und kalte Asphalt nicht sehr viel Grip bot.

Also tasteten sich die Teilnehmer Stück für Stück vor an die Grenzen der Reifenhaftung, verfeinerten und Anleitung ihre Kurventechnik oder lernten viel darüber, wie sich ihre Maschine in den unterschiedlichen Situationen verhält.

Auf diese Weise profitierten nicht nur die (jungen) Fahranfänger, sondern auch die alten, versierten Hasen, die schon seit Jahrzehnten im Sattel sitzen: Als Biker lernt man nie aus.

Am Ende des Tages hatte so manchen ein zufriedenes Lächeln im Gesicht: Dieses Training hat viel gebracht. Die am 23. und 24. April anstehende Motorradsternfahrt kann kommen.