Stefan Gieger kämpft am Sonntag in Frankfurt am Main mit den weiteren Landessiegern um den Bundesentscheid. Der Präsident der Handwerkskammer für Oberfranken, Thomas Zimmer, ließ es sich nicht nehmen, den frisch gebackenen Mechaniker in seinem Ausbildungsbetrieb zusammen mit Landrat Klaus Peter Söllner (FW) und Kreishandwerksmeister Günther Stenglein auszuzeichnen. Erstmals wurde auch der Ausbildungsbetrieb mit einer Urkunde geehrt. Diese soll die Wertschätzung für eine herausragende Ausbildungsleistung dokumentieren.

Präsident Thomas Zimmer verwies darauf, dass die Kammer letztlich mit dem Landessieger auch nach außen Werbung für das Handwerk machen will: "Sie sind ja der lebende Beweis für Erfolg im Handwerk. Sie haben das Abitur absolviert und sich dann für die Lehre entschieden. Das ist für uns hochinteressant, denn wir versuchen gerade, Gymnasiasten anzusprechen."

Stefan Gieger hat sich nach seiner Ausbildung entschlossen, an der Uni in Erlangen das Maschinenbau-Studium zu beginnen. Er erhielt aus der Hand des Präsidenten nicht nur eine Ehrenurkunde, sondern auch einen Anerkennungspreis der Handwerkskammer für Oberfranken.

Kreishandwerksmeister Günther Stenglein zeigte sich "besonders stolz", wenn aus der Riege der Kulmbacher eine solch hervorragende Leistung erbracht wird. "Bei Peter Hofmann ist es eigentlich schon so, dass wir ein Abo haben. Das zeugt auch von der Qualität der Ausbildung und der positiven Ausstrahlung, die der Chef dieser Firma auf den Nachwuchs hat", würdigte Stenglein.

Landrat Klaus Peter Söllner betonte, dass das Handwerk im Landkreis einen extrem hohen Stellenwert hat. "Und wir haben das Glück, dass wir viele tüchtige Handwerker und Handwerksfirmen sowie Unternehmer im besten Sinne des Wortes haben. Sie schauen auch darauf, dass wir für unseren Nachwuchs die besten Rahmenbedingungen bereithalten." Söller lobte auch Unternehmer Peter Hofmann: "Er ist nicht nur in die Fußstapfen seines Vaters getreten, sondern hat neue, innovative Wege gesucht. Es ist großartig, was hier gemacht wird. Die Fahrzeugbau Hofmann GmbH ist eine Vorzeigefirma im Landkreis Kulmbach, aufbauend auf den Wurzeln einer großen Tradition aus dem Jahr 1887. Ihr habt auch immer erkannt, dass die Ausbildung ein ganz entscheidendes und wichtiges Thema ist."

Mit Blick auf den jungen Landessieger sagte der Landrat : "Wir brauchen junge Leute und hoffen natürlich, dass Sie nach dem Studium zurückkommen, um hier ein Leistungsträger zu werden."


"Interessante Ausbildung"

Stefan Gieger ging kurz auf seine Ausbildung ein: "Es hat damit angefangen, dass ich nach meinem Abitur sagte, es wird nichts, wenn ich jetzt mit einem Studium beginne. Ich habe mich dann für die Ausbildung als Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker entschieden. Die Ausbildung war wirklich sehr interessant, weil man es mit verschiedenen Werkstoffen wie Stahl, Holz oder Kunststoffen zu tun hat. Jetzt habe ich aber gemerkt, dass ich Interesse habe, mich in einem Studium weiterzubilden. An der Uni sind schon die ersten Wochen rum."

Für Stefan Gieger ist es durchaus denkbar, nach dem Studium wieder bei Fahrzeugbau Hofmann in Mainleus anzuklopfen: "Das ist auf alle Fälle eine Option. Aber es ist noch lange bis dahin."


"Pflegeleicht und zielstrebig"

Ausbilder Gernot Vogel hatte nur gute Worte über seinen Vorzeige-Azubi: "Er war pflegeleicht und zielstrebig. Er wollte mitarbeiten, und das ist auch der Unterschied, was Viele so hemmt. Er hat sich von Anfang an um seine Pflichten gekümmert. Wenn ich weiß, was ich einbringen muss, kann ich umso mehr mitnehmen. Wenn er nicht gewollt hätte, wäre er nie so weit gekommen, wie er jetzt ist. Das hat auch was mit dem eigenen Willen und dem eigenen Anspruch zu tun."

Peter Hofmann führte die kleine Delegation dann noch durch den Betrieb. Die Teilnehmer staunten nicht schlecht, für welche Branchen die Fahrzeugbau Hofmann GmbH tätig ist. Unter anderem werden hochwertige Fahrzeuge für Fernsehanstalten in Bayern, Korea oder auch Usbekistan sowie den Automobilsport konstruiert.