Der Edeka-Markt in Neudrossenfelds Mitte ist dicht: eineinhalb Jahre, nachdem sich der Discounter Lidl neben der B 85 niedergelassen hat. "Wir wollen unseren Edeka-Markt wieder" stand auf einem der Zettel, die treue Kunden gleich nach der Schließung am Geschäft angebracht haben und mittlerweile entfernt wurden. Zu ihnen zählt Sabine Sühler. "Es war ein Laden, in dem der Kunde König war, mit Freundlichkeit empfangen und bedient wurde", sagt die Waldauerin, die nun notgedrungen auch in den Discounter ausweicht, sich damit aber nicht abfinden will: "Mir macht das Einkaufen keinen Spaß mehr. Wenn ich die vielen Zettel am leeren Edeka-Markt sehe, scheine ich nicht die einzige Kundin zu sein, die den Laden vermisst."

Bürgermeister nimmt Stellung


Ob die Schließung des 400 Quadratmeter großen Ladens neben dem Rathaus mit der neuen Konkurrenz des Lidl-Marktes an der Kulmbacher Straße zu tun hat? Eine Frage, die sich viele in Neudrossenfeld stellen. Bürgermeister Dieter Schaar (Freie Wähler) hat die Marktschließung, weil sie im Ort Gesprächsthema ist, am Montag auch zum Thema in der Gemeinderatssitzung gemacht. Schaar hat gestern gegenüber der BR deutlich gemacht, dass die Schließung der Tatsache geschuldet ist, dass sich Pächter und Verpächter bei neuen Vertragsverhandlungen nicht einig geworden sind.

"Für die Kunden tut es mir leid"


Pächter war Stefan Kraus aus Weiden in der Oberpfalz, der mehrere Lebensmittelmärkte betreibt. Wie Kraus erklärt, hat er seit der Lidl-Eröffnung 20 Prozent der Kunden verloren. Das Geschäft habe sich gerade noch wirtschaftlich getragen, mit Blick auf künftige Investitionen sei der Betrieb des Ladens aber nicht mehr rentabel gewesen. Der Versuch, eine Pachtreduzierung zu erreichen, sei nicht von Erfolg gekrönt gewesen. "Deshalb habe ich den Entschluss gefasst, den Laden zu schließen. Für meine Stammkunden tut mit das leid."
Mehr über die Schließung und die Zukunft des Gebäudes lesen Sie in der Mittwochsausgabe der Bayerischen Rundschau.