13 Saisonspiele hat es gedauert, bis den Volleyballerinnen aus Neudrossenfeld und Hollfeld der erste Drei-Punkte-Erfolg in der Regionalliga Südost geglückt ist. Durch das 3:0 gegen den oberfränkischen Rivalen VG Bamberg schöpfen die N.H. Young Volleys wieder Hoffnung im Kampf gegen den Abstieg. Zum Relegationsplatz fehlen ihnen aber vor den verbleibenden fünf Partien immer noch acht Punkte.

"Verlieren und absteigen ist nicht das Problem", hatte N.H.-Trainer Marc d'Andrea vor der Partie gesagt. "Aber sich seinem Schicksal zu ergeben, bringt mein Blut in Wallung." Doch schon im Training hatte er gemerkt, dass seine Damen heiß auf Bamberg waren. "Wer am Samstag die Halle betrat spürte es. Heute ist was möglich!"

Der erste Durchgang startete rasant. Die Young Volleys hatten sich eine Aufschlagstrategie zurecht gelegt, mit der sie nicht nur die personell ausgedünnte Annahmereihe des Gegners schwächen wollten, sondern gleichzeitig das Bamberger Herzstück, den punktsicheren Angriff, ausschalten wollten.

Zahlreiche Angriffe von Lucia Reichert machten den Gästen das Leben schwer. Reichert wurde im gesamten Spiel nur einmal vom Bamberger Block am direkten Punkt gehindert. Erst beim Stand von 24:14 für die Einheimischen holten die Bambergerinnen durch eine Aufschlagserie auf. Durch einen Kniff ändere d'Andrea den Läufer, und sein Team gewann den ersten Satz.

Im zweiten Satz veränderte Bambergs Trainer Mike Raddatz seine Aufstellung. Der Angriff der Gäste wurde aggressiver, die Annahme stabilisierte sich. Doch machte sich in entscheidenden Phasen das Chaos breit. Die Young Volleys punkteten nun zunehmend auf allen Positionen.

Aufschlagschwäche bleibt aus

Und auch die sonst übliche Aufschlagschwäche blieb aus. Im gesamten Spiel leisteten sich die Einheimischen nur zwei Fehler in der Angabe. Beim Stand von 23:21 ging Antonia Raith zum Aufschlag, die schon den ersten Satz entschieden hatte. Und erneut erwies sie sich als Glücksgriff: Ein Netzroller-Ass und ein Halb-Ass besiegelten den zweiten Satzgewinn der Young Volleys.

Raddatz, der mit verschiedenen Änderungen und Ansagen noch immer nicht den Angriff von Schnellangreiferin Reichert in den Griff bekommen hatte, setzte im dritten Durchgang auf seine dritte Option im Zuspiel. Und das mit Erfolg. Svenja Semm schaffte es erstmals für eine ganze Phase Bambergs Außenangreiferinnen in eine bessere Position zu bringen. Doch der Aufschlagdruck der Neudrossenfelderinnen war nach wie vor hoch. Das wiederum half, um den Block wieder zu ordnen und ließ Bamberg nach einer Aufschlagserie von Sandra Ullrich komplett einbrechen. Der Satz endete 25:12. Das erste Spiel der Young Volleys ohne Satzverlust. Das erste drei Punkte Spiel. Die Young Volleys überglücklich.

Fans und Spielerinnen waren sich einig: "Heute hat jeder gekämpft!"