Es war die erste Saison, in der Martin Dörfler (33) als Spielertrainer die dritte Mannschaft des künftigen Landesligisten TSV Neudrossenfeld übernahm - und gleich führte er das Team zur Meisterschaft und dem damit verbundenen Aufstieg in die Kreisklasse Bayreuth-Kulmbach. Eigentlich begann der Medizintechniker schon in der Rückrunde der Spielsaison 2013/14 mit seiner Arbeit, denn er wechselte vom VfR Katschenreuth zurück zu seinem Heimatverein.

Doch warum war er überhaupt zum VfR gegangen? "Da war die erste Mannschaft gerade in einer guten Phase. Doch für mich gab es nur wenig Perspektive - da dachte ich: ,Kreisliga, das liegt mir mehr.' Der TSV spielte damals schon Landesliga, und da bin ich nicht mehr zum Einsatz gekommen. Ich wollte einfach einmal etwas Neues probieren. Matthias Nagel war damals mein Trainer und bei ihm habe ich eigentlich das Meiste gelernt. Mir hat die Zeit in Katschenreuth gefallen und ich bereue es auch nicht", sagt Dörfler.

Rückkehr in die alte Heimat

Er hat zunächst noch in der zweiten Mannschaft gekickt und stieg mit ihr in die Bezirksliga auf: "Ich spielte dann noch eine Saison in der Bezirksliga und habe mich dann entschieden, den Weg als Spielertrainer einzuschlagen. Das hat sich einfach so ergeben. Der Verein kam auf mich zu, denn Uwe Hacker hatte gesagt, dass er das nicht mehr schafft. Er sagte, er bräuchte jemanden und mir hat die Aufgabe auch Spaß gemacht, denn meine ganzen Kollegen von der A-Jugend spielen jetzt in der Dritten. Das hat mir den Einstieg als Spielertrainer leicht gemacht."

Aufstieg war nie das Ziel

Der Aufstieg war dabei nie das erklärte Ziel. "Wir waren ja in der Kulmbacher A-Klasse und waren dort Fünfter. Zu Beginn dieser Saison sind wir dann in die Bayreuther Klasse gerutscht und haben die ersten beiden Spiele verloren. Erst nach einem schwierigen Spiel in Bischofsgrün haben wir uns gefangen. Wenn wir da auch noch verloren hätten, wären wir nach drei Spieltagen Letzter gewesen", erklärt Dörfler.

Es hat also alles andere als gut angefangen für den späteren Meister der A-Klasse 7. Vor der Winterpause wusste die "Drossenfelder Dritte" dann schon, dass es mit dem Aufstieg klappen könnte: "Die Tabelle war für mich zweigeteilt. Die ersten acht Mannschaften waren auf dem gleichen Niveau, danach sind die Mannschaften allerdings abgefallen. Wir hatten die starken Vereine vor der Winterpause alle gepackt und damit sind wir immer weiter vorgerückt. Für mich war aber die SpVgg Goldkronach meilenweit entfernt. Dass die noch so nachlassen, hätte ich nicht gedacht", sagt Dörfler. So kam es, dass bei den Neudrossenfeldern der Aufstieg plötzlich doch wieder zum Thema wurde.

Gute Mischung

Dörfler stand eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern zur Verfügung. Zum Erfolgsrezept gehörte, dass Routiniers wie Silvio Knoll die Mannschaft führten. "Silvio ist ein eingefleischter Drossenfelder und hat schon ewig beim TSV gespielt. Der gibt immer Gas, und den haben wir auch im Sturmzentrum gebraucht. Er ist mein Kapitän, er führt die Mannschaft und engagiert sich auch nebenbei, wenn es irgendetwas zu organisieren gibt", sagt Dörfler. Knoll erzielte auch das Goldene Tor im Relegationsspiel gegen die SpVgg Goldkronach. Insgesamt kam der 33-Jährige auf 28 Treffer.

Mehr als nur eine Reserve

Als bloße Reservisten sehen sich die Spieler und der Trainer der dritten Mannschaft indes nicht. "Wir machen ein eigenes Training und ich habe meinen eigenen Spielerstamm. Bei mir sind zwar immer um die acht Mann beim Training, aber es kommt uns auch zugute, dass wir von der "Zweiten" Spieler bekommen, die in der Bezirksliga nicht zum Einsatz kommen. Die Verständigung mit André Riedel klappt hervorragend. Und die Spieler geben dann auch bei uns richtig Gas", betont Dörfler.

Der unbändige Siegeswille seiner Spieler hätte letztlich den Ausschlag gegeben. Obwohl die Mannschaft oft in Rückstand lag, hat sie noch einige Spiele gedreht. "Jeder Spieler hat dann auch gesagt, wir packen das. Kai Stöcker muss ich da herausheben - denn er hat oft ein Spiel allein entschieden", sagt Dörfler. Stöcker hat sich gegen Leuchau die Schulter ausgekugelt. Er wird wohl noch für ein halbes Jahr ausfallen. Die Mannschaft wird im Kern zusammenbleiben, doch Dörfler wird auch neue Spieler dazubekommen. Das wird sich aber erst nach den ersten Saisonspielen der Bezirksliga-Mannschaft erweisen.

In welcher Kreisklasse der TSV Neudrossenfeld III antreten wird, das wissen die Verantwortlichen derzeit noch nicht. Dörfler: "Ich würde lieber in der Kulmbacher Kreisklasse spielen. Da hätten wir super Derbys wie gegen Lindau, Harsdorf oder Thurnau - das sind schon Knaller. Es wird auf jeden Fall ein anderes Niveau als bisher."
Grundsätzlich findet es Dörfler gut, dass der TSV Neudrossenfeld über eine dritte Mannschaft verfügt. So kämen vor allem junge und einheimische Spieler beim Verein zum Einsatz. "Die Spieler würden wir ja ansonsten alle verlieren. Man muss auch sehen, dass diese Spieler bei Arbeitseinsätzen immer dabei sind."