So gut hat der TSV zu Hause selten agiert wie in der ersten halben Stunde: Schöne, durchdachte Spielzüge, flüssige Kombinationen und eine Vielzahl von Chancen im Minutentakt schienen auf einen Sieg hinzudeuten. Dass der Schein aber trügen kann, wurde sichtbar, als die Möglichkeiten leichtfertig, und teils vom Pech verfolgt, vergeben wurden.

Lattermann (5.) verfehlte knapp das Gehäuse, Konradi (10.) scheiterte am fehlerfreien Gästekeeper Reichenberger, Taubenreuthers Kopfball (11.) landete haarscharf neben dem Pfosten. Und Lutz (17.) stand sieben Meter allein vor dem Oberkotzauer Schlussmann,verzog kläglich. Überdies hatte SpVgg-Kapitän Schörner Glück,dass er bei einem Abwehrversuch nur die Latte traf und nicht ins eigene Tor. Dann schlug die Stunde des Gästeliberos Keilwerth, der Held des Tages.
Erst kläte er (25.) auf der Linie einen Kopfball von Brand und brachte zehn Minuten das gleiche Kunststück fertig, als er einen weiteren Kopfball als letzter Mann hinter seinem Torwart unschädlich machte. Schließlich versuchte es noch Mayr (43.) mit einem verdeckten Schuss aus dem Hinterhalt, ohne Erfolg. Das war es wohl.

Denn im Abschnitt 2 wirkten die Platzherren irgendwie verunsichert mangels Torausbeute, beherrschten zwar die Begegnung, aber echte Chancen sprangen nicht mehr heraus. Lediglich ein gut platzierter Freistoß von Taubenreuther (82.) strich knapp über die Latte und in der 90. Minute rettete Reichenberger auf der Linie. Der Gast bewies nachdrücklich seine aufsteigende Form mit zuletzt acht Partien ohne Niederlage, die Abwehr war ein wahres Bollwerk. Man verteidigte mit allen Mitteln, tat nichts für den Spielaufbau außer einigen Kontern , der heimische Keeper Küfner musste während der 90 Minuten nicht eine brenzlige Situation bereinigen.

"Der Wille war da, die Ideen fehlten, bilanzierte Heimcoach Joachim Riedel, die Gäste wollten einen Punkt und das 0:0 über die Zeit bringen, was ihnen ja gelang". Man sei für den fahrlässigen Umgang der Chancen bestraft worden.
Gästetrainer Ralf Rau meinte, "die Abschlussschwäche des TSV ist uns entgegengekommen, es war aber ein kämpferisch verdientes, wenn auch glückliches Remis gegen einen spielstarken Gegner". Neben Keilwerth und Reichenberger wussten bei den Gästen noch Herb, Schörner und Durkan besonders zu gefallen, alle anderen Akteure im Team gaben ihr Bestes. Neudrossenfeld hatte diesmal keinen herausragenden Akteur, mit zunehmender Dauer blieb man gegen die massierte Abwehr immer blasser. Glücksgöttin Fortuna stand ebenfalls nicht auf Seiten der Gastgeber.

TSV Neudrossenfeld - SpVgg Oberkotzau 0:0


TSV Neudrossenfeld: Küfner - Mayr, Taubenreuther, Lattermann (73. Kempf), Diwersi, Lutz, Paryka, Lämmert, Pajonk, Konradi, Brand (60. Jahrsdörfer).

SpVgg Oberkotzau: Reichenberger - Sturm, Bauer, Herb, Schörner, Göcking (74. Weiss), Keilwerth, Meißner (76. Mölter), Schaller, Pickel, Durkan.

SR: Krug (Versbach)
Zuschauer: 120