Die Bayreuth Tigers sind nach der 0:3-Pleite am Dienstag in Crimmitschau auf den letzten Platz der 2. Eishockey-Bundesliga (DEL 2) zurückgefallen. Heute müssen sie im Duell der Extreme beim derzeitigen Klassen-Primus und Tabellenführer Kassel Huskies (19.30 Uhr) antreten und haben natürlich gar nichts zu verlieren. Denn bei zwölf Punkten Rückstand auf Platz 8 ist der Play-off-Zug inzwischen ohne die Bayreuther abgefahren. Zum Glück gibt es in dieser Saison keine Absteiger, so dass die Wagnerstädter ohne großen Druck in die restlichen Partien gehen können.

In den drei bisher absolvierten Duellen mit Kasel spielten allerdings die Bayreuth Tigers immer gut mit und brachten - zumindest bei zwei Spielen - die Huskies ins Wanken. Einzig die Partie in Kassel im Januar war eine deutliche Angelegenheit (6:2). Dass Kassel aktuell mit 98 Punkten exakt doppelt so viele Zähler erspielt hat wie die Tigers, deutete sich in den Spielen selbst nicht an. Die Führung der Tigers gegen Kassel im ersten Duell hielt bis 31 Sekunden vor dem Schlusspfiff, bevor Cameron zuschlug und noch den Ausgleich erzielte. In der Verlängerung setzten sich dann die Hessen durch.

Mitte Januar führten die Tigers bis kurz nach Mitte der Partie, bevor Kassel aufdrehte und noch fünf Treffer landete, drei davon durch Cameron. Und am 18. Februar lagen die Bayreuther bis in die 47. Spielminute vorn, bevor man wieder durch Cameron - der dieses Mal zwei Tore erzielte - den Ausgleich hinnehmen musste und im Penalty-Schießen unterlag.

Angeführt von Ryon Moser und Troy Rutkowski - nach Kurt Davis zweitbester Verteidiger der Liga -, stehen gleich 17 Akteure im Kader der Huskies, die eine zweistellige Punktausbeute aufweisen. Genau dies macht die Kassel zu dem Spitzenteam, das sie im Moment sind. Auf allen Positionen mehrfach stark besetzt, kompensiert man auch Ausfälle wesentlich leichter als die Konkurrenz. Hinzu kommen mit Hungerecker und Kuhn zwei Goalies, die mit Werten von über 91 bzw. 93 Prozent Fangquote zu den besten Hütern der Liga zählen.

Beim Überzahlspiel gehört man überraschend nicht zu den Top-Teams, sondern reiht sich nur knapp vor den Tigers auf Position 11 ein. Im Gegensatz dazu brillieren die Hessen beim Penalty-Killing und vereiteln als bestes Team 84,1 Prozent aller Überzahlspiele.

Tyler Gron kehrt zurück

Die Tigers wollen trotz der jüngsten Enttäuschungen ein würdiges Saisonfinale aufs Eis legen. Immerhin gibt es personell positive Nachrichten, denn Torjäger Tyler Gron kehrt ins Aufgebot zurück. Jedoch steht hinter dem Einsatz der zuletzt fehlenden Verteidiger Karlsson und Schug ein größeres Fragezeichen, sodass man davon ausgeht, dass die beiden am Wochenende weiter fehlen werden. Am Sonntag um 17 Uhr treten die Bayreuther im heimischen Tigerkäfig gegen die Ravensburg Towerstars an.

Ivan Kolozvary verlängert

Derweil haben die Tigers eine wichtige Personalie für die kommende Saison geklärt. Denn sie verlängerten den Vertrag mit Kapitän Ivan Kolozvary um ein weiteres Jahr. Der 38-Jährige läuft seit acht Jahren für die Bayreuther mit der Nummer 19 auf und kommt in dieser Zeit auf 420 Pflichtspiele, 140 Tore und 341 Vorlagen. Der zweifache Familienvater wechselte 2013 aus Halle nach Oberfranken. Über mehrere Jahre bildete Kolozvary, der inzwischen einen deutschen Pass erhalten hat, zusammen mit Jozef Potac und Michal Bartosch das tschechisch-slowakische Rückgrat der Bayreuther "Ivan ist ein absoluter Führungsspieler, der in jedem Training und in jedem Spiel vorangeht. Er ist gerade für die jungen Spieler ein sportliches Vorbild. Und Ivan macht auch mal den Mund auf, wenn es nicht läuft, das schätze ich sehr an ihm", sagt Trainer Petri Kujala.

Der Kapitän sagt, was er sich von der nächsten Saison erwartet: "Unser Ziel muss sein, von Saisonbeginn an in der Form zu sein, um Spiele gewinnen zu können. Wir werden sicher eine starke Mannschaft mit viel Potenzial haben, das müssen wir auf dem Eis umsetzen."

Geschäftsführer Matthias Wendel, für den die Vertragsverlängerung mit seinem langjährigen Kapitän nur eine Formsache war ordnet diese bedeutungsvolle Personalie so ein: "Ivan besetzte und besetzt weiterhin eine sehr wichtige Rolle in unserem Spiel, sowie auch neben dem Eis und in der Kabine, und wird das auch in Zukunft tun. Wir freuen uns sehr, dass er auch in der kommenden Saison weiter in Bayreuth lebt und spielt."av