Das Lokalderby im Kreis Kulmbach in der Fußball-Landesliga Nordost wollten gestern Abend rund 530 Zuschauer sehen. Und die bekamen auf dem Kunstrasenplatz des TSV Neudrossenfeld eine faustdicke Überraschung geboten. Denn das bisherige Schlusslicht SSV Kasendorf gewann beim Achten mit 2:0 und gab damit die Rote Laterne ab.


Thomas: Glückwunsch an Kasendorf

Das Team von TSV-Trainer Werner Thomas hatte den Nachbarn offenbar unterschätzt und dachte wohl nach dem Auswärtssieg in Vach, den SSV im Vorübergehen zu besiegen. "Glückwunsch an die Kasendorfer. Mit einfachsten Mitteln und Leidenschaft haben sie uns besiegt. Wir waren nicht in der Lage, ein Mittel gegen sie zu finden", sagte Thomas.
Der in Urlaub weilende SSV-Coach Michael Werzer wurde von seinem Co-Trainer Christoph Wächter vertreten. Gäste-Spielleiter Claus Deller lobte das Team: "Eine echte Mannschaftsleistung.
Wir haben 90 Minuten das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten und haben den Gegner mit Kampf unter Druck gesetzt."
Eine erste Chance besaß der TSV, als Buskies zum Schuss kam und nur um Zentimeter das Tor verfehlte (6.). Danach hielten die Kasendorfer gut dagegen und gestalteten die Partie ausgeglichen, auch wenn die Heimelf mehr Ballbesitz hatte. Doch das Aufbauspiel der Gastgeber war zu statisch.


Kasendorf bietet Paroli

In der 20. Min. kam Kasendorf zum ersten Abschluss. Schorns Schuss stellte aber keine ernsthafte Gefahr für TSV-Schlussmann Grüner dar. Die SSVler boten weiter gut Paroli und spielten nicht wie ein Tabellenletzter. Die Elf von TSV-Trainer Werner Thomas kam nicht in den Gästestrafraum, da das Tempo nicht hoch war. Behäbig wurde mehr in die Breite gespielt.
Dies wurde letztlich bestraft. In der 31. Min. ging der Außenseiter durch Andreas Pistor in Führung. Voraus ging ein Ballverlust der Heimelf im Mittelfeld, die folgende Flanke verwertete der SSV-Torjäger frei vor Grüner zum 0:1.
Die Neudrossenfelder hatten vier Minuten vor der Pause Glück, dass sie nicht noch höher in Rückstand gerieten, als Titus den Torwart zu einer Parade zwang. Danach reichte es TSV-Trainer Thomas. Er wechselte zwei Minuten vor der Pause aus und brachte Julian Pötzinger und Sascha Engelhardt für Claudio Bargenda und Kevin Diwersi. Die Führung zur Pause war insgesamt nicht unverdient.


Kampf nach der Pause

Die TSVler kamen mit mehr Biss aus der Kabine, und die SSVler wehrten sich. Zwei Gelbe Karten für die Gastgeber und eine für die Kasendorfer innerhalb der ersten fünf Minuten zeugen davon. Doch Ideen sahen die TSV-Fans von ihrer Elf nicht. Dass Kasendorf bis dato 33 Gegentreffer kassiert hatte, war angesichts der Abwehrleistung unerklärlich.
Es dauerte bis zur 62. Min. ehe Lattermann es mit einem Distanzschuss versuchte. Die Kasendorfer standen nun tief und verteidigten ihre knappe Führung leidenschaftlich mit großer Laufbereitschaft, kassierten dabei weitere Gelbe Karten. Die Neudrossenfelder drückten vehement, kamen allerdings nicht in den SSV-Strafraum. Kopfbälle von Engelhardt (65.) und Kolb (77.) fanden nicht ihr Ziel. Lattermann probierte es aus der Distanz, doch ohne Erfolg (78.). Schrecksekunde in der 86. Min., als der SSVler Grashuber auf der Linie klären musste.


Konter führt zum 0:2

Fast im Gegenzug fiel gegen die entblößte Neudrossenfelder Abwehr per Konter die Entscheidung. Nach einem Diagonalpass von Matthias Pistor erzielte Dominik Schorn das 0:2.

TSV Neudrossenfeld -
SSV Kasendorf 0:2 (0:1)
TSV: Grüner - Gareis, Ascherl, Taubenreuther, Lattermann, Kolb, Lämmert, Bargenda (43. Pötzinger), Piga, Diwersi (43. Engerhardt), Buskies (65. A. Topal). - SSV: Schrüfer - Jahrsdörfer, M. Fuchs, Ellner, Hollfelder, P. Schubert, Titus (68. S. Wirth), A. Pistor (76. S. Hösch), Sudol, Grasgruber, D. Schorn. - SR: B. Wagner (Kirchehrenbach) - ZS: 530. - Tore: 0:1 A. Pistor (31.), 0:2 D. Schorn (88.)