Mehr als 125 Kilometer mit 7500 Höhenmetern mussten bei den "Adidas Infinite Trails World-Championships" im Gasteinertal gemeistert werden - und ein Trio aus dem Frankenwald hinterließ seine Spuren in der Trailrunning-Weltspitze. Das Crazy Runners Team um Sandra Spörl aus Naila, Oliver Jochum aus Oberkotzau und Johannes Haueis aus Hermes (Ortsteil der Marktgemeinde Marktleugast) lief auf Platz 12 in der internationalen Mixed-Kategorie.

Haueis Schnellster seines Teams im Prolog

Zwei Tage vor dem Hauptlauf stand ein Prolog auf dem Programm. Diesen musste jeder Läufer individuell meistern, aus den Zeiten errechnete sich der Startplatz des Teams. Und die Strecke hatte es mit 15 Kilometern und 860 Höhenmetern im Aufstieg bei knappen 30 Grad Außentemperatur in sich. Haueis (1:21 Stunden) war Schnellster des Frankenwald-Trios vor Jochum (1:38) und Spörl (1:44). Die Crazy Runners sicherten sich so unter 191 Teams Startplatz 45.

Den Auftakt zum Hauptrennen bestritt Frühaufsteherin Sandra Spörl. Sie machte sich exakt um 4:15:51 Uhr auf den 25 Kilometer langen und mit etwa 2000 Höhenmetern anspruchsvollen ersten Streckenabschnitt. Der Start in der Dunkelheit mit Aufstieg im Stirnlampenlicht war fordernd, allerdings entschädigte der grandiose Sonnenaufgang beim Erreichen des Grats der Schmalz- und Tofererscharte. Die Nailaerin beendete ihr Rennen nach 3:56 Stunden als drittschnellste deutsche Frau. In der Mixedwertung waren die Crazy Runners zu diesem Zeitpunkt auf Platz 14 von 86 Teams registriert.

Hitze und Kletterabschnitte

Nun war Jochum gefordert. Seine Herausforderung: 60 Kilometer mit 3500 Höhenmetern. Die Runde erstreckte sich von Bad Hofgastein nach Bad Gastein über den Graukogel wieder ins Tal und von dort aus nach oben auf den Stubnerkogel, von dem aus es die letzten 13 Kilometer über das Angertal zurück in die Alpen-Arena ging. Die Strecke war durch steile Anstiege mit Kletterabschnitten am Graukogel sehr fordernd, erschwerend kam die Hitze hinzu. Schattenpassagen gab es kaum, immer wieder mussten Läufer versorgt werden. Einige gaben sogar auf.

Kleiner Umweg

Nicht so Jochum, der sich von kleineren Blessuren nicht stoppen ließ und nach 9:10 Stunden die Strecke als 62. der Männerwertung gemeistert hatte. Allerdings war der Oberkotzauer einen etwa einen Kilometer langen Umweg gelaufen, so dass das Frankenwald-Trio in der Mixed-Wertung etwas zurückfiel - Platz 22.

Schlussläufer Haueis nahm kurz nach 17 Uhr bei immer noch heißen Temperaturen die dritte Etappe (40 km, 2100 Höhenmeter) in Angriff. Die Strecke führte von Bad Hofgastein aus über die Fundner Heimalm und die Biberalm auf den Jedlkopf, mit dem auch der höchste Punkt dieser Runde erreicht war. Dann ging es zurück in die Alpenarena.

Zweitbestes deutsches Team

Haueis überzeugte mit einer bärenstarken Leistung. Er erreichte das Ziel nach 4:09 Stunden. Nur sechs Läufer waren auf diesem Abschnitt schneller als er. Allerdings waren die Strapazen für Haueis noch nicht beendet. Zusammen mit seinen Teamkollegen galt es noch, die ein Kilometer lange Finalrunde durch Bad Hofgastein zu drehen. In der Gesamtzeit von 17:36:01 Stunden sicherten sich Crazy Runners den 42. Platz in der Gesamtwertung. Im Mixed holten sie als zweitbestes deutsches Team den zwölften Rang.

Mit Abstand schnellste Mannschaft war das internationale Männer-Trio "Terrex 4". Dimitrii Mityaev (Russland), Luis Alberto Hernando (Spanien) und Timothy Olson (USA) sicherten sich in 13:04:27 Stunden die Goldmedaille. red