Große Zustimmung für den bisherigen Kreisvorsitzenden und Spielleiter Manfred Neumeister: Beim harmonisch verlaufenen Kreistag des Fußballkreises Bamberg/Bayreuth-Kulmbach in Bindlach wurde der Hollfelder mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt. "Ich freue mich über das klare Votum und werde wie gewohnt meine ganze Kraft für den Kreis einsetzen", so Neumeister. Die 266 Delegierten aus 139 Vereinen schenkten außerdem in der Bärenhalle ebenso Kreisjugendleiter Thomas Eichelsdörfer und Schiedsrichterobmann Günther Reitzner ihr Vertrauen.

In seiner Grundsatzrede machte BFV-Präsident Rainer Koch das gute Miteinander zwischen Verband und den Vereinen deutlich: "Wir sitzen gemeinsam im gleichen Boot, haben haben das gleiche Ziel, den Amateurfußball weiter voranzubringen". Er sei ein wichtiges Standbein im Sport, die demografische Entwicklung und das schwindende Interesse am Ehrenamt mache die Arbeit aber
nicht leichter.

Besonderen Wert, so Koch, müsse man auf den Jugendfußball legen, "der Rückgang von etwa 20 000 Nachwuchskickern auf knapp 16 000 im Freistaat ist alarmierend", meinte er. Den Vereinen legte er ans Herz, ihren Ermessensspielraum zu nutzen: "Ich will keine fußballfreien Orte in Bayern. Nicht jammern, handeln heißt die Devise."

Am Herzen lag ihm auch der Umgang mit den Schiedsrichtern. "Sie sind eine unverzichtbare Säule im Fußball, bei Tätlichkeiten gegen sie gibt es null Toleranz."

Mehrheit für Fair-Play-Liga

Brisante Themen gibt es genug im BFV - beim Kreistag hatten die Vereinsvertreter die Gelegenheit, mittels Fragebogen ihre Meinung zu sagen. Die Auswertung erfolgte noch während der Tagung. Es sprachen sich 74 Prozent für die Möglichkeit des Spielklassenwechsels in eine niedrigere Liga aus, das Zusatzspielrecht im Senioren-, Hallen-und Freizeitfußball favorisierten 70 Prozent. 58 Prozent Zustimmung gab es für die Einführung der Fair-Play-Liga im U9-Bereich. Lediglich die Idee von flexiblen Mannschaftsgrößen in den unteren beiden Amateurspielklassen tieß mit 53 Prozent auf Ablehnung. Die Ergebnisse aller Kreistage werden dem Verbandstag im Juli zur Schlussabstimmung vorgelegt.

Zu privaten Hallenturnieren sagte der Präsident: "Wir haben nichts gegen Banden und sonstige Regelungen anders als bei Futsal. Das gilt solange, wie FIFA oder DFB nichts anderes zwingend vorschreiben."

In der Diskussion meldeten sich zwei Vorsitzende aus dem Kreis Kulmbach zu Wort - zwei Beiträge, die es in sich hatten. Sichtlich erbost machte Grafengehaigs Vorsitzender Manfred Rodler seinem Unmut Luft. Grund war das Kreisklassen-Punktspiel seines SV in Kupferberg. Dort wurde ein nach seiner Meinung irreguläres Elfmetertor trotz eines Regelverstoßes gegeben (die BR berichtete), und die höchsten Instanz sprach sich aufgrund der Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters gegen ein Wiederholungsspiel aus. "Da wurde vorsätzlich Unrecht gesprochen. Ich bin maßlos enttäuscht, man ist auf Gedeih und Verderb dem Schiedsrichter ausgeliefert", so Rodler. Neumeister dazu: "Die Gerichte sind unabhängig, sie entscheiden nach Sachlage."

Kasendorf: Genauere Definition

Volker Täuber, Vorsitzender des SSV Kasendorf, brachte die Eingruppierung seiner Reservemannschaft in die Bamberger Kreisklasse und die wirtschaft lichen Nachteile zur Sprache. Er wünsche sich künftig eine genauere Definition im Regelwerk und mehr Verständnis für betroffene Vereine. Koch gab zu bedenken, dass immer Vereine im Grenzbereich liegen können: "Ich hoffe auf Solidarität unter den Betroffenen, dass auch mal einer freiwillig wechselt."