Sebastian Freis von der SpVgg Greuther Fürth stellte sich den Fragen von Moderator Andreas Bär von unserem Partnerportal anpfiff.info.Mit dabei neben VfB-Trainer Klaus Eichhorn (49) auch die jungen Kicker Jan Buchta (20/ATS Kulmbach), Hannes Sahr (18/TSV Neudrossenfeld) und Samuel Flieger (20/VfB Kulmbach).

Freis begann seine Profikarriere beim Karlsruher SC. Weitere Stationen waren der 1. FC Köln und SC Freiburg. "Mittlerweile bin ich in Franken bei der SpVgg Greuther Fürth gelandet, und da gefällt es mir auch sehr gut." Sebastian Freis hat das EM-Viertelfinale gegen Italien auf der Couch verfolgt. "Ich war nach zwei Trainingseinheiten und einem Testspiel im Landkreis Fürth ziemlich platt und habe meiner Freundin vor der Verlängerung gesagt, sie soll mich wecken, wenn es Elfmeterschießen gibt. Ich denke, dass wir verdient ins Halbfinale eingezogen sind." Über den entscheidenden Elfmeter des Kölners Jonas Hector sagt Freis: "Das war ja für ihn eine brutale Drucksituation. Der Tor ist unheimlich klein, wenn man da am Elfmeterpunkt steht. Ich glaube, dem Jonas Hector habe die Beine auch ziemlich gezittert. Respekt den Spielern, die in Richtung Punkt marschiert sind, denn ich weiß, wie groß der Druck teilweise schon in einem Bundesligaspiel sein kann."

Wie die Torhüter beim Elfmeter ticken, das versuchte der VfB-Keeper Samuel Flieger zu beantworten: "Ich denke, als Torwart habe ich den leichtesten Job. Ist der Ball drin, dann ist es passiert. Wenn ich ihn aber gehalten habe, bin ich natürlich der Held. Ich entscheide mich schon vorher für eine Ecke, in die ich dann auch springe. Mein Torwarttrainer will zwar immer, dass ich reagiere, aber das ist nicht so mein Ding."

Auch Hannes Sahr räumte ein: "Ich bin zwar kein Elfmeterschütze, aber wenn es hart auf hart kommt, würde ich schon einen schießen und entscheide mich auch schon vorher für die Ecke." Jan Buchta gestand, dass er seinen letzten Elfmeter im Jugendbereich geschossen hat: "Beim ATS haben wir unseren Flo Böhmer als sicheren Elfmeterschützen."


Flieger kennt die Tricks

Samuel Flieger kennt die verschiedenen Techniken der Torhüter. "Buffon steht recht lang und hat eine schnelle Reaktion auf den Ball. Neuer probiert es mit einem psychologischen Trick, indem er immer die Arme nach oben hält. Denn es ist mit Studien bewiesen, dass das Tor für den Schützen so kleiner ist. Das hat ja gegen Italien anscheinend ganz gut geklappt."

Sebastian Freis bescheinigte Manuel Neuer eine unheimliche Präsenz im Strafraum: "Man sieht bei ihm an seiner ganzen Ausstrahlung, dass er der Mannschaft einen riesigen Rückhalt gibt. Momentan ist Neuer auf der Welt unangefochten."

Mit Lukas Podolski spielte Freis beim 1. FC Köln zusammen. "Das Schöne an Lukas ist, dass er sich im Vergleich zu manch anderem Spieler überhaupt nicht verstellt. Er ist ein unheimlich witziger und direkter Kerl. Ich persönlich lag nicht wirklich mit ihm auf einer Wellenlänge, aber das kommt öfter vor, dass man sich mit dem einen gut und dem anderen weniger gut versteht."

Samuel Flieger interessierte, wie der Fürther Profifußballer zum 1. FC Nürnberg steht. Freis sagte: "Das sind die schönsten Spiele in der Saison, weil man spürt, dass beide Lager da richtig elektrisiert sind. Ich glaube, das tut der Region absolut gut. Deswegen habe ich mich auch gefreut, dass der Club in der 2. Liga geblieben ist."
Hannes Sahr wollte wissen, wie für Sebastian Freis der Sprung von der A-Jugend in den Herrenbereich war. Der Fürther erinnert sich: "Zu meiner Zeit war es noch ein sehr großer Sprung. Heute ist das Trainingspensum in den Jugendmannschaften gerade in den Nachwuchsleistungszentren fast schon auf Profiniveau. Deshalb haben es die Jungs heute deutlich einfacher. Sie sind auch deutlich besser ausgebildet als wir. Manche kommen schon mit 16, 17 Jahren zu den Profis und laufen uns älteren Hasen teilweise schon davon." Zudem würde den Jugendspielern heute ein anderer Respekt entgegengebracht. "Damals haben die Trainer noch gesagt, zeigt mal den Jungs, wo es langgeht."

Sebastian Freis hat dem aus Wallenfels stammenden ehemaligen Bundesligatrainer Lorenz-Günther Köstner sehr viel zu verdanken: "Damals sind aber auf dem Trainingsplatz teilweise Wörter gefallen, die waren schon knackig. Die kannten wir aus dem Jugendbereich noch nicht."
 


Nullachter fahren nach Fürth

Bei einer Verlosung gewann Felix Walter für eine Nachwuchsmannschaft des TSV 08 Kulmbach (16 Spieler und drei Betreuer) den Besuch eines Heimspiels der SpVgg Greuther Fürth einschließlich Stadionführung.