Wer seit über drei Jahrzehnten intensiv für einen Verein tätig ist , der hat eine Menge Arbeit und Freizeit investiert. So einer ist Fritz Jacob vom TSV Neudrossenfeld, der jetzt den Ehrenamtspreis des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) bekam.
Fritz Jacob hat seine Spuren bei dem Verein hinterlassen, dessen Sportanlagen zu den Schönsten im weiten Umkreis zählen. Er stammt aus Heinersreuth bei Mainleus, wohnt aber seit 1979 in Neudrossenfeld. Jacob wurde damals gleich Mitglied beim TSV, betrieb aktiv Sport und war nahezu an allen Baumaßnahmen beteiligt - von der Flutlichtanlage, den zwei Rasenplätzen bis hin zur Photovoltaikanlage und dem Beachvolleyball-Platz. "Ich habe früher schon in der elterlichen Landwirtschaft mitgearbeitet, das Praktische gelernt", erzählt der 64-Jährige, der mehr als 40 Jahre Polizist war, zuletzt bei der Kriminalpolizei in Bayreuth.
Auch beim aufwändigen Umbau des Sportheimes innen und außen setzte er seine Fähigkeiten ein. "Ob Malern, Fliesenlegen, Verputzen oder Schreinern: Ich stelle mich überall zur Verfügung, schaue nicht auf die Uhr und zähle auch nicht die Stunden und Tage, die ich auf dem Sportplatz, im Sportheim und der Turnhalle verbracht habe". Das ist es, was Leute wie Fritz Jacob für einen Verein so wichtig macht.
2002 übernahm der stets sachliche und besonnene Jacob den Posten des stellvertretenden Vorsitzenden im Hauptverein, von 2008 bis 2014 stand er an der Spitze. Er trieb an, motivierte, immer mit Augenmaß und "dem Blick für das Machbare".

Gründer der Volleyballabteilung

Schon vorher setzte er Akzente im Volleyballsport, ihm ist die Gründung dieser Abteilung zu verdanken. 22 Jahre wirkte er als Abteilungsleiter und Trainer. "Ich wollte zeigen, dass ein Verein nicht nur aus Fußball besteht, sondern auch Breitensport möglich ist. Vor allem für Mädchen und Frauen", sagt Jacob. Der 64-Jährige wiegt seine Worte ab, wie er es von Berufs wegen gewohnt war: "Ich habe die positive Entwicklung des TSV gerne sportlich und infrastrukturell eng begleitet und hoffe, dass er sich in einer für Sportvereine schwierigen Zeit weiterhin in der Region so glänzend darstellen kann." Für ihn sei der Verein eine Herzensangelegenheit, "ihm bleibe ich als Mitglied im erweiterten Vorstand verbunden".
Zur Ehrung nach München begleitete ihn Alfred Zeilner, Ehrenvorsitzender des TSV Neudrossenfeld. Zeilner bezeichnet Jacob als "fleißigen und zuverlässigen Mann", dem der TSV viel zu verdanken habe.

Die stillen Helden der Gesellschaft

Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hat in München Vereinsmitarbeiter aus ganz Bayern mit dem Ehrenamtspreis 2014 ausgezeichnet. Bei der Galaveranstaltung im GOP-Varieté-Theater würdigten BFV-Präsident Rainer Koch, Ex-Nationalspieler Jimmy Hartwig und Verbands-Ehrenamtsreferent Dieter Habermann die herausragenden Leistungen der 24 bayerischen Kreissieger, stellvertretend für das Engagement aller ehrenamtlichen Vereinsfunktionäre und Helfer in den 4682 Fußballvereinen Bayerns.
"Mir liegt das Ehrenamt so am Herzen, weil ich aus eigener Erfahrung weiß, was diese Leute alles leisten. Ohne Ehrenamt geht es wirklich nicht. Deshalb ist Anerkennung unglaublich wichtig. Veranstaltungen wie der BFV-Ehrenamtspreis motivieren die Vereinsmitarbeiter, sich weiter zu engagieren", erklärte Jimmy Hartwig.
Eine besondere Ehrung erhielten Manfred Schmidt (ASV Weisendorf), Reimund Waha (FC Jura 05) und Sahin Yegen (SV Türkgücü-Ataspor München). Sie landeten bei der 19. BFV-Ehrenamtspreisverleihung auf den Plätzen 1 bis 3 und bekamen von Lotto Bayern Geldprämien in Höhe von 1000, 1500 bzw. 2500 Euro, die für die Förderung des Ehrenamts in ihren Vereinen gedacht sind. "Das Ehrenamt ist der Klebstoff des Amateurfußballs und Vorbild, was die Betreuung von Kindern und Jugendlichen angeht. Die vielen tausend Ehrenamtlichen sind die stillen Helden unserer Gesellschaft", lobte BFV-Präsident Koch.

288 Vorschläge

Aus insgesamt 288 Vorschlägen hatte der BFV die jeweiligen Kreissieger und die drei Gewinner der Geldpreise ausgewählt. Alle 24 Kreissieger dürfen im Frühjahr 2015 an einem vom BFV und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) organisierten "Dankeschön-Wochenende" in Eisenach in Thüringen teilnehmen.
Der DFB nimmt 15 der 24 Kreissieger außerdem in seinen "Club 100" auf und lädt die Vereinsmitarbeiter zu einer besonderen Ehrung im Rahmen eines Fußball-Länderspiels ein. BFV