Es war nicht zu warm und nicht zu kalt, und es blieb trocken: ideale Vorussetzungen für den 24. Steinachtallauf am Samstag, der mit 450 Läufern ein Teilnehmerplus für den Veranstalter SG Biathlon Stadtsteinach brachte.

Den Hauptlauf über 16 Kilometer gewann Alexander Finzel (TV Coburg); bei den Frauen siegte Nadja Lindner vom Tri-Team ATS Kulmbach. Im Funlauf über sechs Kilometer hatte Joachim Reichenberger (SC Neubau) die Nase vorn. Den Sieg im Schülerlauf (zwei Kilometer) sicherte sich Moritz Deichsel (ATS Kulmbach), und bei den Bambini gingen die ersten beiden Plätze an die Zwillinge Hannah und Sophie Eckert vom RSV Zaubach.

"Locker vom Hocker"

Alexander Finzel aus Schwürbitz ist in der oberfränkischen Laufszene seit über zehn Jahren ein Begriff. Erst am Vorsonntag siegte er beim Steinwiesener Volkslauf rund um die Ködeltalsperre.
Im Steinachtal hatte er an der Wende bei der Neumühle bereits einen deutlichen Vorsprung herausgelaufen und keine Mühe, "locker vom Hocker" zurückzulaufen. "Das erste Stück bis zum Wendepunkt ist schwieriger zu laufen. Danach geht es leichter, weil die Strecke abfälliger ist, und ich hatte auch ein klein wenig Rückenwind. Die Laufstrecke selber war sehr gut, und es hat Spaß gemacht, wieder dabei zu sein", so der 37-Jährige, der fünf- bis sechsmal in der Woche trainiert und insgesamt um die 120 Kilometer läuft. Höhere Ziel strebt der Schwürbitzer dennoch nicht an: "Ich schaue von Lauf zu Lauf."

Als beste Läufer aus der Region landeten Philipp Neumeister vom ASV Triathlon Kulmbach (1:04:50) und Michael Kraus von der LG Ludwigschorgast (1:05:04) auf den Plätzen 11 und 12.

Mit Nadja Lindner (32) holte sich eine Kulmbacherin den Sieg bei den Frauen. Sie war mit ihrer Leistung voll und ganz zufrieden: "Ich habe mehr erreicht als erhofft. Ich wollte eigentlich mehr aus dem Training heraus laufen und habe mich am Start auch ganz hinten angestellt. Aber wenn man vorne liegt und kommt locker mit, dann sucht man auch den Erfolg." Die Kulmbacherin, die durchschnittlich 16 Stunden pro Woche trainiert und 2009 ihren ersten Halbmarathon ohne viel Training lief, freute sich über den Sieg: "Es ist immer was Schönes, wenn man als Erste durchs Ziel läuft."

Traditionell schickte Bürgermeister Roland Wolfrum die Bambini als Erste auf die ein Kilometer lange Laufstrecke und staunte dann nicht schlecht, dass Hannah und Sophie Eckert aus Zaubach die Nase vorne hatten. "Wir haben zum zweiten Mal bei so einen Wettbewerb mitgemacht und sind schon ein wenig stolz auf den Erfolg", sagten die die sieben Jahre alten Zwillinge und strahlen um die Wette.

Beim Zwei-Kilometer-Schülerlauf machten wie immer die Schüler der Volksschule Küps auf sich aufmerksam - allein schon mit der stolzen Teilnehmerzahl von 30 Jungen und Mädchen. Zum Sieg reichte es nicht, da war Moritz Deichsel vom ATS Kulmbach (6:56) zu schnell.

Schneller Walker

Bei den Nordic Walkern gingen 70 Teilnehmer an den Start. Konkurrenzlos war der Sieger Stefan Wiegand (Weight-Watchers), der mit seiner Zeit von 44:34 Minuten über zehn Kilometer alles in den Schatten stellte. Mit seinem Kilometerschnitt von rund 4:28 Minuten hätte er im Hauptlauf über 16 Kilometer drei Viertel der Läufer (!) hinter sich gelassen.

Als Vierter lag mit Günter Rockstroh aus Kauerndorf ein Einheimischer im Vorderfeld. "Bei solchen Veranstaltungen suche ich den Vergleich, damit man weiß, wo man steht", so Rockstroh. Auch die drei Läuferinnen der LG Streitmühle/Himmelkron, Gabi Pittel, Nicoline Engelhardt und Petra Dörfler, landeten in der Frauenwertung weit vorn: auf den Plätzen 3, 4 und 5.

Lauf-Cup Kulmbacher Land

"Auf der Nordic-Walking-Strecke gab es nur wenige Asphalt abschnitte. Denn die Walker wollen auf Naturwegen laufen, und das haben wir fast zu hundert Prozent umgesetzt", so 2. SGB-Vorsitzender Harald Schricker, nach dessen Ansicht sich die weiteren Änderungen - mit den verkürzten Laufstrecken - ebenfalls bewährt haben. Er zeigte sich auch mit der Teilnehmerzahl sehr zufrieden: "Nächstes Jahr haben wir unser 25-jähriges Bestehen, da wollen wir den Lauf-Cup Kulmbacher Land umsetzen. Wir sind gerade drüber, dieses Lauf-Event mit der Kulmbacher Brauerei zu basteln."

Rund 80 Helfer waren im Einsatz, um die Großveranstaltung reibungslos über die Bühne zu bringen - neben den eigenen Leuten der SGB auch wieder die Feuerwehren Stadtsteinach und Triebenreuth sowie die BRK-Bereitschaft. Schon zum Inventar des Steinachtallaufes gehört Sprecher Roland Zeitler aus Helmbrechts, der die Zuschauer am Start und Ziel bei der Steinachtalhalle mit vielen Informationen versorgte.

Erstmals im Einsatz war Ingo Bär mit seinem Foto-Helikop ter. Der Kulmbacher produzierte einen Videofilm über den Steinachtallauf, der im Internet zu sehen sein soll.