Von den Wirsberger Bogenschützen hatten sich Sabine Leuschner, Andrea Jahnke (beide Blankbogen), Cosima Leuschner (Compoundbogen) und Achim Degel (Altersklasse Blankbogen) für die deutsche Meisterschaft in Mittenwald qualifizieren. Der Ausflug nach Oberbayern endete für Sabine Leuschner mit einem Platz auf dem Treppchen - als Zweite in der Blankbogenklasse.

Eingebettet zwischen Karwendel- und Wettersteingebirge mussten die Bogenschützen auf 1200 Meter einen anspruchsvollen Parcours mit zweimal 24 Scheiben absolvieren. Das steile Geländeprofil und die dortigen Buckelwiesen waren schießtechnisch und konditionell eine echte Herausforderung.

Martina Glagow gibt Startschuss

Den Startschuss zum ersten Wettkampftag gab die ehemalige Weltklasse-Biathletin Martina Beck.
Sechs Stunden volle Konzentration für die Schützen war angesagt, denen die Entfernungen zu den Zielen bekannt waren: Blankbogen fünf und 50 Meter, Compound zehn und 60 Meter. Sabine Leuschner konnte sich nach anfänglichen Schwierigkeiten mit 248 Ringen hinter der Nationalkaderschützin Ulrike Koini (Altenkirchner BS, 294 Ringe), Hedi Mittermeier (TSV Stein St. Georgen, 269 Ringe), Martina Boscher (BS Münster, 255 Ringe) und Jutta Schneider-Borns (BS Münster, 255 Ringe) Rang 5 erkämpfen. Andrea Jahnke war mit ihrem 15. Platz nach der Halbzeit nicht zufrieden. Für Cosima Leuschner, die erst vor einem Jahr vom Recurve- auf den Compound bogen gewechselt ist, war es ihre erste deutsche Meisterschaft - umso erfreulicher war ihr 6. Platz. Achim Degel beendete den ersten Tag auf Rang 7.

Am zweiten Tag war der 24-Scheiben-Kurs mit unbekannten Entfernungen zu bewältigen, der den Schützen wiederum alles abverlangte. Die Distanz zur Scheibe muss vom Schützen hierbei geschätzt werden. Ein Schätzfehler von etwa fünf Metern führt mit dem Blankbogen bereits zu einem Fehlschuss.

Starker zweiter Durchgang

Die Gruppen mit je vier Schützen wurden nach den Vortagsergebnisse neu eingeteilt. Somit hatte jeder Schütze seine direkten Gegner im Blickfeld. Sabine Leuschner kam diesmal schneller in ihren Rhythmus und schoss 303 Ringe. Damit war sie äußerst zufrieden. Sie und Gundelind Schneider lieferten sich ein spannendes Duell - am Ende lag die Wirsbergerin mit dem hauchdünnen Vorsprung von drei Ringen in Führung. Was das Ergebnis wert war, sollte sich erst später zeigen, denn die Gruppe der vier Erstplatzierten hatte ihren Wettkampf noch nicht beendet.

Als nach der offiziellen Auswertung durch den DSB die Ergebnisliste ausgehängt wurde, war der Jubel im Wirsberger Lager riesengroß. Sabine Leuschner hatte die große Überraschung geschafft: Sie kam durch ihren starken zweiten Durchgang auf den 2. Rang vor und wurde mit hervorragenden 551 Ringen deutsche Vizemeisterin in der Blankbogenklasse vor Gundelind Schneider (548). Besser war nur die Ausnahmeschützin Ulrike Koini mit 617 Ringen. Andrea Jahnke, die erst seit vier Jahren aktiv schießt, belegte den 16. Platz.

Cosima Leuschner verlor noch zwei Plätze, konnte aber mit ihrem 8. Rang genauso zufrieden sein wie Achim Degel, der in der Endabrechnung Platz 7 erreichte.