Nach mehreren vergeblichen Anläufen hat es der frühere Fußball-Bayernligist TSV Trebgast geschafft, zumindest wieder in die Kreisklasse zurückzukehren. Der Tabellenzweite der A-Klasse 7 nutzte gleich seine erste Relegationschance und schlug in Bindlach den Nachbarn SV Ramsenthal mit 2:1. Letztmals spielte der TSV Trebgast 2010 in der Kreisklasse.

Lange Zeit sah es aber nicht danach aus, dass die Trebgaster überhaupt Vizemeister werden könnten. Doch in der Schlussphase hatten die "Gelb-Schwarzen" im Zweikampf mit dem FC Neuenmarkt den längeren Atem. So sieht es auch TSV-Spielertrainer Michael Stöcker: "Die letzten Spiele waren auf jeden Fall entscheidend.
Ich denke, der Knackpunkt war das Spiel in Leuchau, als wir dank eines Tores unseres Knipsers Dominik Weichart kurz vor Schluss 2:1 gewannen und wir uns sagten, jetzt können wir es noch packen." Weichart war mit 22 Toren zweitbester Stürmer der Liga hinter dem Bischofsgrüner Simon Wojciechowski (26).

Der Aufstieg sei aber kein Muss gewesen, sagt TSV-Vorsitzender Matthias Falk: "Wir wussten, dass wir eine gute Mannschaft haben und es schaffen können, wenn alles gut läuft. Wir wussten aber auch, dass es schwierig ist, aus der A-Klasse rauszukommen. Wenn man die Jahre vorher anschaut, haben wir zwar gegen die Top-Mannschaften gute Spiele gemacht, aber wir waren nicht konstant genug. Zu oft kam immer wieder ein Schlendrian rein. Ich habe in der Saison ehrlich nicht damit gerechnet, dass wir den Aufstieg packen."

TSV-Vorsitzender Matthias Falk hofft, den TSV Trebgast in der Kreisklasse etablieren zu können. " Unser Ziel ist erstmal der Klassenerhalt, das wird schwer genug", sagt Stöcker.


Ständige Wechsel auf Platz 2

Für TSV-Spielertrainer Michael Stöcker hat seine Mannschaft von der fehlenden Konstanz der Konkurrenz profitiert und konnte sich so Platz 2 hinter dem zum Schluss souveränen Meister TSV Bischofsgrün sichern. "Da war ja alle zwei Wochen eine andere Mannschaft Zweiter", blickt Stöcker zurück. Ein Schlüsselspiel war das Derby in Neuenmarkt, das die Trebg aster 1:0 gewannen. "Wenn Neuenmarkt die Partie gewonnen hätte, wäre für uns Platz 2 erledigt gewesen", sagt Stöcker.

Die Stärke seiner Mannschaft sieht Michael Stöcker, der beim ATS Kulmbach groß geworden ist, in der mannschaftlichen Geschlossenheit: "Wir haben gelernt, zusammen zu halten und uns auf dem Platz zu helfen. Da macht inzwischen auch die Erfahrung was aus."

Neben Torjäger Dominik Weichart nennt Stöcker als weitere Aufstiegsgaranten den ebenfalls erst vor einem Jahr gekommenen Julian Distler vom SV Kirchahorn, den erfahrenen Mittelfeldspieler Steffen Bauer und Johannes Michel. "Mit ihm hatten wir einen Torhüter, der uns auch einmal ein Spiel gerettet hat."

Das Relegationsspiel gegen den SV Ramsenthal stand nach 2:1-Pausenführung lange Zeit auf des Messers Schneide . "Je länger das Spiel dauerte, desto unsicherer wurden wir, da der Aufstieg in greifbarer Nähe war." Am Ende bezeichnet Stöcker den Sieg aber als "verdient".

Für Matthias Falk ist die Kreisklasse "eine gute Klasse, denn wir haben jetzt mit Harsdorf und Lindau richtig tolle Derbys". Der TSV-Vorsitzende weiß, dass man in Trebgast wohl nie mehr Bayernliga-Fußball wie Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre sehen wird. "Die Kreisliga wäre für uns die Champions-League, mehr ist nicht drin." Für Matthias Falk steht mehr der Zusammenhalt im Verein als der Erfolg im Vordergrund. Deswegen freut er sich auch, dass die Kameradschaft "heute Gott sei Dank wieder wichtiger geworden ist".

Auch der 35-jährige Michael Stöcker, der schon 2012 die SpVgg Windischenhaig in die Kreisklasse geführt hat - damals übrigens ebenfalls mit Dominik Weichart im Team -, und danach beim FC Marktleugast kickte, freut sich auf die Kreisklasse mit dem TSV Trebgast: "Mir gefällt der Verein. Für mich war es auch eine Herzensangelegenheit, zum TSV zurückzukehren, denn ich war schon mal als Spieler da. Damals sind wir als haushoher Favorit aus der Bezirksoberliga abgestiegen."


Vier Neuzugänge

Die Trebgaster Mannschaft wird auf mehreren Positionen verstärkt. Als Neuzugänge stehen Apostolos Papavassiliou (26) vom ATS Kulmbach, Kai Pöhlmann vom FC Kirchleus und die Brüder Maximilian (19) und Alexander Popp (22) vom TSV Harsdorf fest. Verlassen will den TSV nur Faruk Terkes, der Bruder des Mittelfeldspielers Selcuk Terkes. Michael Stöcker sagt: "Wir sind noch auf der Suche nach einem Stürmer."