Der Himmelkroner Inklusions-Triathlon wird von Jahr zu Jahr nicht nur professioneller, sondern mit 44 Sportlern - 31 Männer und 13 Frauen - hatte man im dritten Anlauf auch bislang die stärkste Teilnehmerzahl. 28 Hobby-Triathleten machten sich erstmals vor drei Jahren auf den Weg, den Triathlon-Sport im früheren Klosterdorf salonfähig zu machen und der dritte Inklusions-Triathlon zeigte deutlich, dass diese Sportveranstaltung keine Eintagsfliege bleiben wird.

Glück mit dem Wetter

Die Himmelkroner Dienste für Menschen mit Behinderung und der TSV Himmelkron, die wieder als Veranstalter auftraten und von der Wasserwacht sowie der Feuerwehr Himmelkron bestens unterstützt wurden, hatten erneut ausgesprochenes Glück mit dem Wetter, denn trotz der herbstlichen Temperaturen blieb es trocken.

Als Sieger gingen zwei Lokalmatadoren hervor: Bei den Damen war es Gaby Pittel (43) und bei den Männern der erst 16-jährige Andreas Stüber. Die jüngsten Teilnehmer waren die beiden Kronacher Bastian Appelius und Sebastian Limmer, beide erst zehn Jahre alt. Wie im Vorjahr war Wolfgang Baron (62) der älteste Triathlet.

Ins kalte Wasser gesprungen

"Charly" Völkel von der Wasserwacht schickte um 9.30 Uhr die ersten Nichtschwimmer auf eine 100 Meter lange Wassertretstrecke ins Freibad. Auch das gehört zum Inklusions-Triathlon, dass auch die Nichtschwimmer von dem Wettbewerb nicht ausgeschlossen werden, sondern dass sich die Verantwortlichen kurzerhand das Wassertreten einfallen ließen. Die Temperatur des Wassers war mit knapp 22 Grad zwar noch akzeptabel, doch die Außentemperaturen waren mit 18 Grad alles andere als angenehm.

Die Radstrecke mit ihren 8,5 Kilometern führte in diesem Jahr vom neuen Radweg an den Sportanlagen in Richtung Wirsberg bis zur Bahnbrücke an der B 303 und von dort aus im Staatswald den Forstweg entlang bis nach Schwärzhof und an der Streitmühle vorbei. Danach galt es die Autobahnbrücke zu überqueren, die nach Gössenreuth führt und von dort aus ins Ziel an der Turnhalle. Die Radstrecke war in diesem Jahr um 2,5 Kilometer länger als im Vorjahr.

Die 1700 Meter lange Laufstrecke begann am Radwendeplatz und ging über Gössenreuth, den neuen Flurbereinigungsweg und wieder zurück in Richtung der beiden Sportplätze. Der Zielbereich befand sich wie in den vergangenen Jahren im Freigelände des Himmelkroner Schwimmbades.

Der Gedanke der Inklusion verfehlte auch in diesem Jahr nicht sein Ziel, denn unter den 44 Teilnehmern waren 20 Sportler, die mit einer Behinderung an den Start gingen und sich nicht nur wohl, sondern auch anerkannt fühlten. Für die Teilnehmer der Himmelkroner Heime ist diese Sportveranstaltung Jahr für Jahr ein besonderer Höhepunkt.

Viele machten zum ersten Mal mit

Es waren auch einige Newcomer dabei, so auch der Himmelkroner Walter Herrmann: "Es ist mir nicht leicht gefallen, weil ich ja nicht gerade die sportlichste Figur habe. Ich bin ja auch im Angehörigen-Beirat. Da muss man in der Gemeinde für behinderte Menschen ein Zeichen setzen und mitmachen." Herrmann war in seiner aktiven Zeit Ringer und Gewichtheber: "Da rennt man nicht so viel. 1972 war ich einmal Berliner Juniorenmeister im Freistil."

Heimleiter Armin Wissel war unter den Zuschauern: "Ich finde es total klasse, dass es so ankommt und dass es auch als Inklusionsveranstaltung so funktioniert - in der Gemeinde und auch überregional. Bei den Temperaturen finde ich die Veranstaltung sehr mutig und unsere Mitarbeiter haben da im Vorfeld viel zu tun." An vorderster Front war Sandra Müller, die mit viel Herzblut die Veranstaltung leitete und auch moderierte, sowie Sebastian Laschka, der für die Zeitmessung verantwortlich war.

Stüber schafft die Überraschung

Frank Ambrosius aus Neudrossenfeld, der seine behinderte Tochter bei allen drei Sportarten begleitete: "Sport ist etwas Verbindendes. Man kann damit viel überbrücken, zusammenbringen und Spaß haben. Und sich dann hinterher darüber freuen, dass man es gepackt hat."

Die schnellste Zeit schaffte der Himmelkroner Andreas Stüber, der für die Schwimm-, Rad- und Laufstraße eine Gesamtzeit von 30:36 Minuten benötigte: "Ich habe mich schon normal auf den Triathlon vorbereitet, aber den Erfolg habe ich über das Radfahren herausgeholt. Ich war in den vergangenen Jahren von der Bestzeit immer der Zweite und in diesem Jahr hat es endlich geklappt."

Auch bei den Frauen hatte mit Gabi Pittel eine Lokalmatadorin die Nase vorne und ihr Erfolg kommt nicht von ungefähr: "Wir laufen zweimal in der Woche - und das ist dementsprechend natürlich meine Paradedisziplin. Das Wasser war sehr kalt und die weite Radstrecke war mit den Schotterpassagen etwas schwierig zu fahren."
Bürgermeister Gerhard Schneider, Vorsitzender des TSV Himmelkron, nahm die Siegerehrung vor und freute sich über die gute Resonanz beim dritten Himmelkroner Inklusions-Triathlon: "Es ist eine schöne Veranstaltung und hier wird praktisch Gemeinsamkeit praktiziert zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen."