Große Enttäuschung bei den Fußballern des TSV Neudrossenfeld. Ihr Sturm auf die Bayernliga ist am Abwehrbollwerk des ASV Hollfeld zerschellt. Drei Tage nach der 0:1-Hinspielniederlage gelang der Mannschaft von Trainer Peter Schmidt auf eigenem Platz gerade mal ein 1:1. So feierten stattdessen die Gäste aus der Fränkischen Schweiz den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte. 2004, als Heiko Gröger sein Traineramt antrat, kickte der ASV noch in der Kreisklasse. Nun, nach fünf Aufstiegen in acht Jahren, verlässt er Hollfeld als Bayernliga-Stadt und freut sich in der kommenden Saison als Coach der SpVgg Bayreuth auf ein Wiedersehen.

Die Neudrossenfelder Hoffnungen, den 0:1-Rückstand drehen zu können, erhielten früh den wohl entscheidenden Dämpfer. Peter Schmidts Mut, diesmal offensiver zu agieren und hinten nur eine Dreier-Abwehrkette aufzubieten, wurde schon in der 9. Minute bestraft. Denn nach einem weiten Abschlag von ASV-Keeper Eck verlängerte Jahrsdörfer den Ball mit dem Kopf in den Freiraum zu Persigehl. Der umspielte TSV-Keeper Küfner und traf mit links zur Gästeführung. Neudrossenfeld war geschockt, zumal Konradi (2./rechts vorbei) und Bayer (4./in Ecks Arme) durchaus die Möglichkeit gehabt hatten, den Rückstand schnell wettzumachen.

Die Einheimischen brauchten 20 Minuten, um den Nackenschlag zu verdauen. Dann schoss Verteidiger Bayer nach seinem Vorstoß links vorbei (28.). Das war's aber auch schon vom Gastgeber in der ersten Halbzeit, dem wie schon im Hinspiel die zündende Idee gegen die kompakte und kompromisslose Defensive der Hollfelder fehlte.

Rettungshubschrauber landet


Großes Pech hatte ASV-Mittelfeldspieler Philipp Schmidt, der sich bei einem Zusammenprall schwer am Knie verletzte und mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert werden musste.
Nach dem Wechsel ein ähnliches Bild. Die Neudrossenfelder irrten vor dem Strafraum herum, den Weg hinein fanden sie kaum. Die größten Chancen hatten noch Konradi (52.), der zu lange zögerte, und Sudol (55.), der vorbeischoss.

Weil die Neudrossenfelder immer mehr Risiko gingen, gab es natürlich mehr Räume für Hollfeld. Vor allem Jahrsdörfer legte den Ball immer wieder geschickt ab. Die größte Chance zum 0:2 vergab Persigehl freistehend vor Küfner nach traumhafter Vorarbeit von Jahrsdörfer und Hillemeier (58.). Weitere Konterchancen ließen Heißenstein, der an Küfner scheiterte (65.), und Schorn (66.), der knapp vorbeischoss, liegen.

Aus den Neudrossenfelder Bemühungen sprach immer mehr Verzweiflung heraus. Zu unüberwindbar präsentierte sich die bärenstarke ASV-Defensive, allen voran die Vierer-Abwehrreihe mit ihrem Abräumer vor der Nase, Jochen Hollfelder. Stark auch der scheidende Ricardo Persigehl (SpVgg Selbitz) und Sturmtank Timo Jahrsdörfer. Sie konnten auch den späten Kopfball-Ausgleich von Patrick Sudol nach einer Ecke verschmerzen (87.). Zwei Tore hätte der TSV noch gebraucht, um in die Bayernliga aufzusteigen - utopisch gegen derart kampfstarke Hollfelder, die kurz vor Schluss durch Heißenstein noch die Chance auf den Sieg ausließen.


TSV Neudrossenfeld - ASV Hollfeld 1:1 (0:1)
TSV Neudrossenfeld: Küfner - Bayer, Taubenreuther, Rau (46. Widmaier) - Engelmann (60. Simon) - Pajonk, Sudol, Lämmert, Diwersi, Hofmann - Konradi.
ASV Hollfeld: Eck - Eberlein, Goller, Wagner, M. Taschner - Hollfelder - Schmidt (35. Heißenstein), Persigehl, Hillemeier (60. Schorn), M. Fuchs (85. Sommerer) - Jahrsdörfer.
Tore: 0:1 Persigehl (9.); 1:1 Sudol (87.). - Schiedsrichter: Stein (Homburg). - Zuschauer: 1526.