Die Angeklagte wurde bei der Verhandlung am Amtsgericht Kulmbach von Rechtsanwalt Ralph Pittroff vertreten, der ihr als Pflichtverteidiger zugeteilt wurde. Die zurzeit arbeitslose Frau hatte im Januar dieses Jahres Stress mit ihrem damaligen Lebensgefährten. Die Beziehung mit dem 31-Jährigen hatte sich zumindest abgenutzt. Aus Frust darüber suchte sie immer öfter Spielhallen auf. Und das wurde für die Angeklagte zur Sucht, die sie letztlich vor den Kadi bracht.

Denn zur Finanzierung ihrer Spielleidenschaft hob sie im Januar heimlich Geldbeträge vom Konto ihres Freundes ab. Die PIN-Nummer seiner EC-Karte war ihr bekannt. Die Kontoauszüge, die den 31-Jährigen hätten stutzig werden lassen, verschwanden auf seltsame Weise.

Insgesamt 39 Fälle des Computerbetrugs in Tateinheit mit Datenveränderung warf Staatsanwältin Melanie Philipp der Beschuldigten nun vor. Die Dokumentation der einzelnen Kontoabhebungen ließ erkennen, dass im Laufe einer Nacht mehrere Abhebungen erforderlich waren, um den Verlust am Spielautomaten auszugleichen. Nach dem Studium der Unterlagen wurde die Anklage auf 37 Fälle reduziert.

Richterin Sieglinde Tettmann wollte wissen, wie dies über einen so langen Zeitraum geschehen konnte, und ob der damalige Freund nichts davon bemerkt habe. Die Angeklagte gab an, im Wohnzimmer auf der Couch "geschlafen" zu haben. Dies nutzte sie immer wieder, um sich davonzustehlen und im Spielcasino ihrer Sucht nachzugehen.

Insgesamt belief sich der Schaden durch die Abhebungen im Januar 2012 auf über 2000 Euro. Der Ex-Freund, der in den Zeugenstand gerufen wurde, konnte bestätigen, dass die Angeklagte inzwischen bereits 1000 Euro an ihn zurückgezahlt hat. Er hatte Anzeige erstattet, nachdem ihm die Kontobewegungen bekannt wurden. Außerdem war dies das Ende einer Beziehung, die wohl auch ohne die Spielsucht nicht mehr lange gehalten hätte.

Das Urteil lautete auf 110 Tagessätze zu je 15 Euro. 1650 Euro - eine Stange Geld für eine arbeitslose Frau.