Cosima Asen ist kein Gewohnheitstier. "Ich probiere gerne neue Dinge aus. Heute kaufe ich zum ersten Mal in meinem Leben an einem Sonntag ein", sagt die Ködnitzerin. Beim verkaufsoffenen Sonntag hat sie sich bei "Katz & Katz" - natürlich - für einen grünen Pullover entschieden.
Warum hat sich die Kreisrätin der Grünen bislang dem Einkaufsbummel am Sonntag verweigert? "Weil ich es tief in meinem Herzen nicht so toll fand, wenn das Personal an einem Sonntag hinter der Kasse stehen muss", so die 63-Jährige. Das schöne Wetter habe aber Lust gemacht auf einen Einkaufsbummel durch die Stadt.
So wie sie denken viele Menschen an diesem Tag, darunter viele Auswärtige aus den Nachbarlandkreisen und der Oberpfalz. Das bestätigt auch Andi Schulze, Inhaber des Modefachgeschäftes "Katz & Katz": "Leute aus dem Kulmbacher Oberland, die für gewöhnlich nicht zu meinen Stammkunden zählen, haben heute bei mir eingekauft."
Ein verkaufsoffener Sonntag bringe Geld in die Kassen des Einzelhandels, weiß Schulze aus eigener Erfahrung. "Es rentiert sich für mich, am Sonntag die Ladentüre zu öffnen." Aber auch die Gastronomie und die Museen würden profitieren.
Cosima Asen und ihre Mann Johannes sind beredtes Beispiel dafür: Das Paar hat seinen Einkaufsbummel mit dem Besuch zweier Ausstelungen im Badhaus sowie im Bayerischen Brauerei- und Bäckereimuseum verbunden.
Nicht nur durch die Fußgängerzone drängen sich die Menschenmassen, auch auf dem Zentralparkplatz herrscht Hochbetrieb beim Herbstmarkt. Von Taschen und Textilien bis hin zu Gaumenfreuden und Weihnachtlichem wird alles angeboten, was das Herz begehrt.
"Der Herbstmarkt profitiert vom verkaufsoffenen Sonntag", sagt Hans Henry. Der Oberpfälzer muss es wissen: Seit 15 Jahren verkauft er Spielwaren und Luftballons in der Bierstadt.
Zum Liebling der kleinen Besucher avanciert Hamster Horst, das Maskottchen der "Bayerischen Rundschau". Die Großen genießen derweil vor einem der zahlreichen Cafés und Gaststätten bei einem Eis oder Cappucino die letzten Sonnenstrahlen. "Das Geschäft brummt", freut sich Gastwirt Otto Krug ("Alte Feuerwache"). Die Gastronomie werde durch den verkaufsoffenen Sonntag belebt, den er nicht missen möchte.