Sie haben erst mit 45 Jahren begonnen zu schreiben. Wie kam das?
Rita Falk: Ich war Bürokauffrau und bin dann arbeitslos geworden. Plötzlich habe ich acht Stunden am Tag Zeit gehabt und habe angefangen zu schreiben. Angefangen habe ich mit "Hannes", einem Mann, der seit über einem Jahr nach einem Motorradunfall im Koma liegt.

Und dieses Buch hat dann sofort einen Verlag gefunden?
Nein. Ich habe das Buch an einen Verlag geschickt und habe eine Absage bekommen. Man sagte mir, dass das Thema für ein Erstlingswerk zu schwer sei. Es war eine freundliche Absage, aber eben eine Absage. Ich muss ehrlich sagen, ich war dann ein bisschen trotzig und habe beschlossen, dann eben etwas Lustigeres zu schreiben. Und innerhalb von drei Monaten hatte ich dann meine "Winterkartoffelknödel" fertig.

Und das haben Sie dann wieder an einen Verlag geschickt?
Nein, ich habe mir dann inzwischen einen Agenten gesucht, weil ich schon gemerkt habe, dass das so nicht läuft. Und der Agent bot das Buch fünf Verlagen an und wir haben vier Zusagen bekommen. Ich habe mir dann dtv als Verlag ausgesucht, denn mir kommt es immer drauf an, dass alles harmonisch und familiär zugeht. Das ist mir wichtig. Und das ist bei dem Verlag so.

Winterkartoffelknödel ist nicht der einzige Heimatroman geblieben?
Nein. "Dampfnudelblues", "Schweinskopf al dente" und die "Grießnockerlaffäre" sind dazugekommen. Ich selbst kann eigentlich keine Krimis lesen. Denn ich halte die Spannung nicht aus. Ich kann höchstens mal einen Krimi im Fernsehen anschauen, die 90 Minuten geht das schon. Aber mein Mann ist Polizist, und so habe ich mir den Kommissar Franz Eberhofer ausgedacht. Ich lasse mich von meinem Mann natürlich auch beraten.

Und dann ändern Sie?
Mein Mann hat schon manchmal gesagt, dass so was ein bayerischer Polizist nicht macht. Manchmal ändere ich dann was, aber manchmal auch nicht. Einmal schießt Franz Eberhofer auf ein Thermometer. Da hat mein Mann auch gesagt, das würde kein bayerischer Polizist machen. Aber mein Franz darf das. Das ist auch meine Freiheit als Autorin.

Mit den Heimatkrimis schwimmen sie voll auf einer Trendwelle. War Ihnen das bewusst?
Nein gar nicht, das war eher Zufall. Ich war zu der Zeit sehr unglücklich, hatte eigentlich Depressionen. Und ich wollte eben was beschreiben, was ich kenne. Da fiel mir Bayern ein, denn da habe ich wirklich eine schöne Kindheit erlebt. Und ich mag meinen Kommissar Franz Eberhofer. Der ist ein bisschen ein Macho, aber sehr bestimmt. Er ist charmant und bayerisch und bodenständig. Und die Oma, die ich beschreibe, ist ein bisschen wie meine Oma.

Was ist denn ihr nächstes Werk?
Wenn ich auf Lesereise bin, kann ich nicht schreiben. Aber ich habe den ganzen Dezember frei, und dann setze ich mich wieder hin. Ich will natürlich noch nicht zu viel verraten, aber mein Arbeitstitel für das neue Buch ist "Sauerkrautkoma".