"Die Osterhasen kommen!" Das hatte der Radsportverein Concordia Zaubach für den Ostersamstag angekündigt. Über 200 Gäste folgten der Einladung zum Trinkwasser-Hochbehälter oberhalb von Unterzaubach an der Vorderreuthter Straße. Weit mehr als 100 Nester hatten die Mitglieder in liebevollster Kleinarbeit gefertigt, um jedem Mädchen und jeden Buben eine Freude zu machen. Die Kinder tummelten sich im Gelände, bis es plötzlich hieß: Die Hasen (Erich und Claudia Eckert) sind da! Artig standen alle an, um ein Nest zu ergattern.

Unter den Gästen waren auch Dekan Hans Roppelt und Bürgermeister Roland Wolfrum, die die Mühen der Zaubacher Radsportfreunde lobten, um den Kinder und Gästen einige schöne Stunden zu bereiten.
Vorsitzende Heike Spindler freute sich mit ihrem Team, dass alles so gut abgelaufen war.

Überraschungen versteckt

Auch in Ludwigschorgast schaute der Osterhase. Viele bunte Eier und andere Überraschungen hatte Meister Lampe rund um das Sportgelände versteckt. Schließlich erschien er noch bepackt mit Körben auf einem Leiterwagen. Kein Kind sollte leer ausgehen. Gut 50 Mädchen und Buben erfreute der SPD-Ortsverein mit dieser Aktion.

Ruhig und besinnlich zu ging es bei der Auferstehungsfeier in Marktschorgast mit der Entzündung des Osterfeuers vor dem Gotteshaus. Pfarrer Ignacy Kobus segnete das Osterfeuer, an dem anschließend die Osterkerze für die Pfarrei Ludwigschorgast, die Filialgemeinde Gefrees und die Pfarrei Marktschorgast entzündet wurde.
Mit diesen Osterkerzen, getragen von Pfarrer Ignacy Kobus, Pfarrsekretärin Kerstin Müller (Ludwigschorgast) und Mesner Helmut Steidl (Gefrees) wurde in einer Prozession und unter dem feierlichen Gesang des "Lumen Christi" das Licht in das Gotteshaus getragen. Die Gläubigen grüßten durch die Osterkerze Christus, das Licht der Welt. In der Kirche sang Pfarrer Ignacy Kobus das Osterlob: "Frohlocket, ihr Chöre der Engel, frohlocket, ihr himmlischen Scharen, lasset die Posaune erschallen, preiset den Sieger, den erhabenen König!"

Das Herz aus Stein befreit

Die Predigt von Diakon Matthias Bischof in Bildsprache machte deutlich, dass Ostern eigentlich mit den Gräbern beginnt, die durch Steine abgeriegelt sind. Ein Engel wälzte den Stein weg, und Gottes Geist bringt den Stein ins Rollen. Das Herz von Stein in unserer Brust werde entfernt und durch ein Herz von Fleisch (mitfühlendes Herz) ersetzt.

Wechsel nach Dreschenau: Die Bewohner des kleinen Neudrossenfelder Ortsteils gehörten mit zu den Ersten, die im Rotmaintal ein Osterfeuer abbrannten. Schon seit Beginn des letzten Jahrhunderts leuchtete oben auf dem Schindlersberg weithin sichtbar das lodernde Fanal.

Der kalte Ostwind pfiff

Auch heuer vollzog die Dorfgemeinschaft Dreschenau wieder das uralte Ritual, fast hundert Menschen kamen zusammen, um sich bei kaltem, starkem Ostwind neben dem Feuer zu erwärmen und den Blick in die Nacht und auf andere Osterfeuer zu genießen.

"Wir waren schon bei dichtem Schneefall zusammen, man weiß nie, wie das Wetter zu den Feiertagen wird", erinnert sich Fritz Mayer, der lange Vorsitzende des Stammtisches Dreschenau gewesen ist und noch kein Feuer zu Ostern ausgelassen hat. Organisiert hatten die Zusammenkunft Manfred Schröder und der Landwirt Egon Dörfler, auf dessen Grund die Zeremonie stattfand. "Wir setzen uns dafür ein, dass die Tradition aufrecht erhalten wird, denn in unserem kleinen Dorf gibt es ja sonst keine Möglichkeit mehr, sich zu treffen. Das Wirtshaus ist zu, die Kerwa Vergangenheit, und ebenso sind die legendären Veranstaltungen des Stammtisches in der Festscheune beendet", bedauern die beiden übereinstimmend. kpw, tb, Prei, h.w.