Voraussichtlich im Spätsommer 2013 wird im Netzbereich, dem die Kommunen Bad Berneck, Gefrees, Himmelkron, Marktschorgast, Neuenmarkt, Trebgast und Wirsberg angeschlossen sind, erstmals schnelles Internet und Telefonie über das TV-Kabel verfügbar sein. Die technischen Voraussetzungen werden derzeit geschaffen, wie Walter Ruland von Kabel Deutschland der Presse mitteilte. So wurde in Wirsberg der Container aufgestellt, in dem die technischen Anlagen untergebracht werden können. Das war laut Ruland einer der ersten Schritte, um die Voraussetzung dafür zu schaffen, dass der gesamte Netzbereich aufgerüstet werden kann.

Der Wirsberger Bürgermeister Hermann Anselstetter (SPD) begrüßt es, dass die TV-Kabelnetze in der Region aufgerüstet werden: "Die Attraktivität unserer ländlichen Kommunen als Wohnort und auch für Gewerbetreibende steht und fällt künftig mit einer leistungsfähigen Internetanbindung", stellte Ansel stetter fest.


Umsetzung 2013


Die eigentliche Netzaufrüstung, die erst 2013 vorgenommen wird, wird keine großen Behinderungen auf den Ortsstraßen mit sich bringen, weil das sehr gut abgeschirmte Koaxialkabel, das in den Orten verlegt ist, nicht erneuert werden muss.

Walter Ruland teilte mit, dass dafür die technischen Bauteile in den Verstärkerkästen getauscht werden müssen, "damit diese rückkanalfähig werden". "Denn nur mit einem Rückkanal ist es möglich, Daten und Signale über das TV-Kabel zurückzusenden." Zusätzlich würden Glasfaser-Leitungen für die Anbindung der zentralen Technik bereitgestellt.

Wie der Leiter für Neubaugebiete und Geschäftskundenvertrieb Mittelstand bei Kabel Deutschland zu verstehen gab, erhalten die genannten Orts-netze die hochwertige Technik DOCSIS 3.0. "Das heißt, dass dann Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 100 000 Kbit/s und und Uploads von bis zu 6000 Kbit/s möglich sind", sagte Walter Ruland.


Die Bedeutung wächst


Höhere Bandbreiten würden immer wichtiger, denn in den Haushalten würden zunehmend mehr internetfähige Geräte wie Laptop, Netbook, Handy oder Smartphone genutzt. "Außerdem erfordern Online-Videos oder aufwändige Programm-Aktualisierungen höhere Geschwindigkeiten. Mit einem leistungsfähigen Internetzugang profitieren Nutzer von schnellen Übertragungszeiten und guter Bildqualität, auch wenn die ganze Familie parallel online ist." Der größte deutscher Kabelnetzbetreiber ist laut Ruland MDAX-notiert, betreibt Kabelnetze in 13 Bundesländern und versorgt damit rund 8,5 Millionen Haushalte.

Dieter Mühlbauer, Inhaber eines EDV- und Dienstleistungsbetriebes in Neuenmarkt, begrüßte die Pläne von Kabel Deutschland: "Schnelles Internet sollte mittlerweile zur Standard-Infrastruktur einer jeden modernen Gemeinde oder Region gehören. Umso wichtiger ist es, dass die jeweiligen Netzbetreiber investieren und auch die ländlichen Gegenden mit High-Speed-Internet versorgen."


"Ein Wettbewerbsvorteil"


Mit Download-Geschwindigkeiten von bis zu 100 000 Kbit/s seien Video-Streamings in bester HD-Qualität kein Problem mehr. "Auch Firmen profitieren über solche Highspeed-Leitungen, wenn man zum Beispiel Außenstellen oder Home-Office-Arbeitsplätze anbinden kann. "Sie haben so einen klaren Wettbewerbsvorteil."