Viele Jahre war die böhmische Musik von der Bildfläche verschwunden, doch jetzt erleben die klassischen Märsche, Polkas und Walzer eine Renaissance. Die Schorgasttaler Blasmusik zog die Fans der klassischen Blasmusik in der Steinachtalhalle in ihren Bann.

Schönes und viel Liebe

Zwar liegt Stadtsteinach im Franken- und nicht im Böhmerwald, doch das blendete die Schorgasttaler Blasmusik für einen Abend aus. Klassische Klänge aus dem Böhmerland, die die Schorgasttaler Blasmusik in Stadtsteinach präsentierte, kamen beim Publikum bestens an. Das meistgebrauchte Wort des Abends war: "schön".

Schön sollte die Musik sein, heil sollte die Welt sein, von der die Schorgasttaler sangen und spielten. Und natürlich stand ein Thema ganz oben im Kurs: Liebe, Liebelei und alles rund ums Herz.

Unter der Leitung von Dirigent Rainer Streit eröffneten die Musiker den böhmischen Abend mit einem musikalischen "Grüß Gott!". Das Programm war so konzipiert, dass sich Gesangsrunden mit instrumentaler Musik abwechselten. Claudia Goller, Jürgen Friedrich, Rainer Streit und Armin Helbig trauten sich ans Mikrofon und sagen als Trio oder im Duett Evergreens wie "Es ist schön!", "Ab und zu", "Du, nur Du" oder "Eine kleine Liebelei".

Zuckersüß und fast ein bisschen zu schön, um wahr zu sein, waren Songs wie "Böhmische Liebe", "Freu dich, und die Welt ist dein", "Unterm Kastanienbaum" oder "So schön kann nur die erste Liebe sein".

Böhmische Blasmusik verbreitet auch puren Optimismus, machte Moderatorin Claudia Goller klar. 15 Mal war im Konzertprogramm das Wort "schön" zu hören. Auch beim Song "So ein schöner Tag". Die Schorgasttaler hatten außerdem "Wir seh'n uns wieder" vom legendären Arrangeur Franz Bummerl, bekannt von Ernst Mosch und den Original Egerländern, im Repertoire. Und auch "Wenn du Heimweh hast" gefiel dem Publikum.

Instrumentale Kostbarkeiten

Wirklich hörenswert waren zudem die instrumentalen Kostbarkeiten. Dirigent Rainer Streit schwelgte zwischen "Träumereien" und dem Kaiserin Sissi-Marsch.

Echte Höhepunkte waren die Hubavenka-Polka und "Studentenleben". Jürgen Friedrich und Michael Weber begeisterten mit virtuosem Fingerspiel beim Stück "Schnick und Schnack" auf ihren B-Klarinetten.

Die Fans klassischer Blasmusik erfreuten sich an der Pfennigfuchser-Polka, der Heidrun-Polka und dem Mariechen-Walzer, hatten "einfach nur Spaß" und ließen sich von Herzensbrechern und Musikantenbusserln begeistern.

Mit dem Egerländer Musikantenmarsch, der "Polka für Zwei" (Solisten: Thomas Neidlein und Jürgen Braunersreuther), böhmischem Blut, der Löffelpolka und der Hymne der böhmischen Musik - dem böhmischen Traum - ging der Abend in der Steinachtalhalle zu Ende. Der Schorgasttaler Blasmusik war es wieder einmal gelungen, ihr Publikum mit einem abwechslungsreichen Programm zu verzaubern.