"Das ist ein sehr interessantes Fach."
Auch wenn die Klinik jetzt 100 Jahre alt wird, so sind die Krankheitsbilder die gleichen geblieben, berichtet der Arzt: Depressionen, psychosomatische Erkrankungen, Konflikt-, Angst- und Belastungsreaktionen, Erschöpfungszustände und leichtere Psychosen.

"Wir haben eine ziemlich lange Warteliste über Monate, der Behandlungsbedarf nimmt offensichtlich zu", analysiert Wolfgang Pinkow-Margerie. Als Gründe sieht er unter anderem verschärften Druck und höhere Anforderungen an den Einzelnen, während die Familien nicht mehr so stabil seien wie früher. Zudem seien die Menschen "früher eher bereit gewesen, etwas zu tragen, während sie heute eher nach Hilfe suchen. Vielleicht ist die Leidenstoleranz geringer geworden."

Unter seinen Patienten sind etwas mehr Frauen. "Sie stehen eher zu psychischen Erkrankungen als Männer." Die würden diese eher vertuschen mit Alkohol, Aggressivität, Verhaltensstörungen.
Die Therapien sind vielfältig: von Einzelgesprächen über Gruppenarbeit und - therapie, vonEntspannungsverfahren, Bädern und Massagen bis hin zu Gymnastik, Sport und Wanderungen. Neu dazu gekommen sind soziales Kompetenztraining, Achtsamkeitsübungen, meditatives Tanzen.
Das Einzugsgebiet der Klinik reicht weit: vom Schwerpunkt Mittelfranken über Kulmbach, Bayreuth bis Berlin und Augsburg.