Daneben die köstliche Fischsuppe mit Krebs und Welsstücken bereichert, ein bisschen entfernt lockt die Fischleber, dazu braune Butter mit Meerrettich und Salaten. Fast 50 Leute wollten sich das Angebot des Kulturvereins Neudrossenfeld nicht entgehen lassen, in der Wirtsstube Neues über Süßwasserfische zu erfahren und sie auch zu erschmecken.

Draußen in der Küche steht Traudl Fuchs, die Köchin, schon seit Mittag am Herd, schmeckt den Sud ab, korrigiert, gibt noch eine Prise hinzu. Was, verrät sie nicht, langt an den Rücken des Hechtes oder spießt ihn mit der Gabel an. "Ich habe das im Gefühl, ob er gar ist". Ein Tipp von ihr: "Die Kochzeit ist wichtig, wenn man wie ich lange genug seit 40 Jahren in diesem Metier zu Hause ist, entwickelt sich dafür das besondere Gespür."

Sie arbeite nicht nach Rezepten, antwortet sie nach ihrem Geheimnis des guten Fischkochens gefragt, "ich bevorzuge den reinen Geschmack der Produkte aus Bach und Teich, nehme etwas Gewürze, keinen Firlefanz". Ein bisschen stolz ist sie schon darauf, die Fischsuppe, "da hilft mir auch Reinhold Popp, der Jagdfreund meines Mannes", und einen Hecht so perfekt zubereiten zu können, denn das Fleisch kann schnell trocken oder zäh werden.
Und ihr Gatte Horst fügt an, "bei uns wird Fisch fangfrisch und gut gewässert serviert, das zeichnet uns aus". Die Familie Fuchs bekommt gleich ein Lob von Sabine und Michael Moll aus Bayreuth: "Wir haben heute bodenständige, ehrliche Küche mit fast Sterneniveau kennengelernt, der Sud war superb, der servierte Hecht hätte auch in einer Fernseh-Kochshow Chancen gehabt".Hier in Waldau treffe die Genussregion Oberfranken absolut zu.


Vorurteile über den Hecht abgebaut


Angel-und Fischexperte Peter Rösch aus Neudrossenfeld begeisterte anschließend seine Zuhörer per Powerpoint Präsentation mit einem überaus interessanten Vortrag über den Raubfisch Hecht, "dem Süßwasserhai", einen der beliebtesten Angelfische. Wie ein Wissenschaftler vorbereitet, aber leicht verständlich, führte er die Besucher ins Eigenleben dieser Fischart, führte zu den Brutstätten, "im Roten Main hält sich der Jäger besonders im Altwasser auf, um abzulaichen".

Rösch baute Vorurteile über den Hecht ab, "vor ihm muss niemand Angst haben, wenn er in der Kieswäsch oder im Trebgaster See schwimmt, er ist sehr scheu". Das Jagdverhalten, das gefräßige Fressen, das Liebesspiel und auch ein paar makabre Geschichten, die er ins Reich der Märchen einreihte, hatte der Vorsitzende der Ortsgruppe Neudrossenfeld-Altenplos des Bezirksfischereivereins gleichfalls parat. Viel Beifall erhielten er und ebenso die Küche für einen schmackhaften und lehrreichen Abend. Fazit von Dr. Ulrike Rausch-Rieß vom Kulturverein: "Eine Superveranstaltung, es hat prima geschmeckt". Dem kann man nur beipflichten.