"Bei mir hat sich bisher nur ein Interessent gemeldet, aber das hat sich zerschlagen", resümiert Helmut Müller, Eigentümer der früheren Schlecker-Filiale in Stadtsteinach. Der 75-jährige Wallenfelser, der das ehemalige Postamt am Marktplatz Mitte der 1990er Jahre komplett saniert und anfangs die Post, einen Notar und Schlecker als Mieter in dem Haus untergebracht hat, hatte die Räume eigens nach den Vorstellungen des Discounters umgebaut.

Die damals auf 230 Quadratmeter reduzierte Fläche ist heute wohl ein Problem bei der Vermarktung der Räume, die großen Einzelhandelsketten benötigen mehr Platz.

Nicht untätig geblieben ist in Sachen Schlecker auch der Stadtsteinacher Bürgermeister Roland Wolfrum (SPD): Er hat sogar große Handelsketten angeschrieben und auf die frei gewordenen Flächen aufmerksam gemacht.
"Großteils haben wir aber nicht mal eine Antwort bekommen", sagt Wolfrum und betont, dass es ihm natürlich sehr recht wäre, wenn der Leerstand am Marktplatz ein Ende hätte. Glücklicherweise sei der Ladenzuschnitt aber recht schmal, so dass der Leerstand an der exponierten Stelle nicht übermäßig ins Auge steche.

Fahrräder statt Wattepads

Anders die Situation in Marktleugast, wo Schlecker in den zurückliegenden Jahren sogar einen Standortwechsel vorgenommen hatte. Am letzten Standort ist inzwischen der Getränkemarkt Seemann untergekommen. Der Standort Kulmbacher Straße 5 wird derzeit von der Familie Trammer hergerichtet. In zwei Wochen wird dort der "Radshop Marktleugast" einziehen.

Außerdem, so erklärt Kurt Trammer, wird am neuen Standort auch seine Tochter Ramona Arnold ein Geschäft eröffnen. Und zwar einen Haustierzubehörshop, in dem es zum Beispiel nach Kundenwunsch maßgeschneiderte Hundegurte und -leinen geben wird.

Bürgermeister Norbert Volk (Freie Wähler) zeigt sich sehr zufrieden, dass die "Schlecker-Lücke" in Marktleugast geschlossen werden konnte.

Sortiment erweitert

Auch in Untersteinach steht eine Lösung des Leerstandsproblems offenbar bevor. Dem Vernehmen nach gibt es Überlegungen, dass der Netto-Markt um die benachbarten Schlecker-Flächen erweitert. "Ja, wir würden die Flächen gerne anmieten. Wir sind in Gesprächen", sagt Pressesprecherin Christina Stylianou vom Netto-Markendiscount. Und: "Das würde gut passen, denn wir haben bundesweit unser Drogeriesortiment erweitert."

Bürgermeister Heinz Burges (SPD) bestätigt die Überlegungen. Nach seinem Kenntnisstand soll auf der Schleckerfläche das Netto-Getränkesortiment Platz finden. Das Gemeindeoberhaupt begrüßt die Überlegungen. "Das ist ein Zeichen, dass Netto in Untersteinach bleibt und sogar expandiert. Erfreulich wäre natürlich, dass der Schlecker-Leerstand damit beendet würde."

In Mainleus wurde das Schlecker-Gebäude direkt neben dem Bahnhof zwischenzeitlich verkauft, wie im Bauamt der Gemeinde zu erfahren war. Dem Vernehmen nach wird es für Lagerzwecke verwendet.
In Neuenmarkt hingegen steht der Schlecker-Markt an der Bayreuther Straße nach wie vor leer.