Rosemarie Ulbricht sortiert - gut gelaunt wie immer - die Waren in die Regale. Und auch für die Kundschaft, die am Donnerstag nach und nach den Laden betritt, hat sie ein freundliches "Hallo" parat. Dass der Schlecker-Konzern Insolvenz angemeldet hat, deutschlandweit von 5400 Märkten 2400 geschlossen und von 25 250 Mitarbeitern fast 12 000 ihren Job verlieren sollen, scheint sich in der Marktleugaster Schlecker-Filiale noch nicht rumgesprochen zu haben.
Doch der Schein trügt. Rosemarie Ulbricht, die seit 19 Jahren in Diensten von Schlecker steht und zusammen mit drei weiteren Kräften in dem Marktleugaster Geschäft arbeitet, weiß ganz genau Bescheid. Sie verfolgt akribisch die Äußerungen von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz in den Medien.
Doch die schlechten Nachrichten können Rosemarie Ulbricht nicht verunsichern. "Die alten Filialen, die gut gehen, wollen sie ja behalten", zitiert die Filialleiterin einen Konzernsprecher und gibt sich zuversichtlich, dass das Marktleugaster Geschäft dazu gehört.
Andere Mitarbeiterinnen in anderen Schlecker-Geschäften können die Zuversicht der Marktleugaster Filialleiterin nicht teilen.
"Wir können das nur auf uns zukommen lassen und wissen nicht, was die Zukunft bringt", sagt eine langjährige Schlecker-Kraft, die aus Furcht vor Schwierigkeiten mit der Geschäftsleitung auf keinen Fall mit Namen genannt werden möchte.
Die Tatsache, dass Schlecker-Mitarbeiterinnen aus geschlossenen Filialen nun in anderen Läden des Konzerns eingesetzt werden, wirkt sich nicht beruhigend auf das Betriebsklima aus. Die Frauen gehen davon aus, dass ihnen die Kündigung bald zugehen wird.

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