"Haamed is dou, wu me mich verstedd und wu ich verstandn wäh!" Dieses Kurzgedicht aus der Feder des fränkischen Poeten und Altenkunstadter Ehrenbürgers Josef Motschmann verdeutlicht am besten das Gefühl, das die Musiker der Gruppe "Saitenwynd" bei ihrem alljährlichen "Haamspiel" im Rahmen des Sommernachtsfestes der Freiwilligen Feuerwehr Mainroth empfinden.
Das zweitägige Fest, das am kommenden Wochenende, 16. und 17. August, über die Bühne geht, ist zu einem wichtigen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens geworden, der Alt und Jung Stunden voller Frohsinn beschert.

Vertrag auf Lebenszeit

"Auch wenn schriftlich nichts fixiert ist, gibt es so etwas wie einen unter der Hand ausgehandelten Lebensvertrag.
Das Ensemble ‚Saitenwynd‘ gehört einfach zu unserem Fest dazu, weil es mit heimatlichen Liedern wie ‚Marua‘ oder ‚Der Karl‘ ein Stück Mainroth verkörpert und damit den Nerv der Leute trifft." So sieht es der Vorsitzende der Mainrother Floriansjünger, Manfred Hofmann.
Auch für die Musiker hat das Fest eine ganz besondere Bedeutung. Die Damen und Herren der Gruppe "Saitenwynd" sind in dieser Welt schon viel herumgekommen, haben sich Guinness und Whiskey schmecken lassen, doch am besten, so bekennen sie in ihrer Ode an ihre Heimat, "Marua", am besten "schmeckt das Premium auf dem Feuerwehrhausvorplatz".

Stelldichein der alten Fans

Warum? Für Bodhran-Spieler, Sänger und Gitarrist Richard Schmitt liegt es nicht an der Marke, sondern am Umfeld: "Bei unserem legendären Frühschoppenkonzert trifft sich unser alter Fan-Kreis. Es sind alte Bekannte anwesend, die man sonst nie auf einem ,Saitenwynd'-Konzert trifft. Sie empfinden unsere Lieder nicht als Hintergrundmusik, sondern lauschen andächtig den fränkischen und irischen Weisen."
Sechs Jahre ist es her, dass die Gruppe "Saitenwynd" nach einem Ausflug in die irischen Gefilde, "haamkumma is" zu ihren fränkischen Wurzeln. "Haam!" heißt das Album, auf dem sich "das Foddgenn und wider Haamkumma", so der Untertitel, wie ein roter Faden durch alle Lieder zieht. Ein neues Werk ist zwar noch nicht in Sicht, aber untätig war Texter Kurt "Dixi" Schleicher in den vergangenen Jahren nicht. Zwei Lieder zeugen davon, die auch beim "Haamspiel in Marua" erklingen werden: "Die Kronkmeldung" und "Drum aufm Görauer Anger".
Beide Stücke sind nur teilweise auf Schleichers Mist gewachsen. Das irische A-Cappella-Lied "The Sickness" diente Schleicher als Grundlage für seine "Kronkmeldung", die dem Zuhörer Schadenfreude und Mitleid zugleich entlockt. In breitestem fränkisch listet er die Tücken des Baualltags auf, die zu folgenden Beschwerden führen: "Mei Schädel brummt, mei Lunga pfeuft, Kreuz und Orsch tun weh."

Ukulele-Version

Als der Mainrother im Radio die Ukulele-Version von "Some where Over The Rainbow" des hawaiianischen Sängers Israel Kamakawiwo'ole hörte, war es um ihn geschehen: "Diesen Song musste ich auf fränkische adaptieren! Selbstverständlich spiele ich sie auf diesem Instrument." Herausgekommen ist eine anrührende Geschichte um eine Hebamme, die eine Hausgeburt im verschneiten Weismainer Ortsteil Görau durchführt.

Der Buu schaut aus wie der Bauer

Schleicher erschafft eine Idylle, in die er mit einem Augenzwinkern und zur Verblüffung des Zuhörers, der auf Magd und Knecht als Paar fixiert ist, gegen Ende des Liedes folgende Worte einfügt: "Und schaut mer sich den Säugling oo, könnt mer glaam, der klaana Buu schaut wie der Bauer aus." Ein Schelm, wer dabei Böses denkt.