"Die dich mögen, die sind alle hier. Wir haben extra frei genommen und sind gern zu Dir gekommen", sang der Bürgermeisterchor im Sommer 2012 zum 60. Geburtstag des Rugendorfer Bürgermeisters Martin Weiß. Bei der Nominierung im Haus der Jugend waren aber eben nicht nur die da, die ihn mögen, sondern offenbar auch andere.

Bürgermeister Martin Weiß unterlag im zweiten Wahlgang mit 32 Stimmen seinem Herausforderer Ralf Holzmann, der auf 59 Stimmen kam. Zunächst ein Schock für den amtierenden Bürgermeister. "Ja, es war schon überraschend, dass ausgerechnet ein Gemeinderatskollege sich aufstellen lässt. Einer, der in der Vergangenheit voll mit dabei war und der alle Entscheidungen mitgetragen hat.
Klar, bin ich enttäuscht", sagt Martin Weiß.

Viel auf den Weg gebracht

Und weiter: "Ich weiß, dass meine Art, klare Aussagen zu treffen und ehrlich zu sein, nicht bei allen ankommt. Aber wir haben in den vergangenen fünfeinhalb Jahren unser Bestes für Rugendorf getan und haben auch einiges auf den Weg gebracht", sagt Weiß.

Die meisten Beschlüsse sind in Rugendorf einstimmig gefasst. "Was jetzt zu tun ist, weiß ich noch nicht. Ich habe momentan keine Zeit. Wir haben den Dorfladen gegründet, wir haben Bürgerversammlung - und es gibt einiges vorzubereiten. Wir haben die Einweihung der Kinderkrippe, das sind alles positive Dinge, die wir erreicht haben. Und in der Adventszeit habe ich so viele Termine, dass einfach keine Zeit bleibt", sagt Martin Weiß. Er möchte sich über die Weihnachtsfeiertage in Ruhe überlegen, ob er sich mit einer zweiten Liste aufstellen lassen wird. "Ich habe in den vergangenen Tagen unheimlich viel Zuspruch bekommen - von Freunden und von Räten. Und natürlich tut das gut", sagt der amtierende Bürgermeister, der immerhin schon 24 Jahre als Gemeinderat und sechs Jahr Bürgermeister tätig ist.

Bisher ohne Parteien

Ob dann allerdings eine Liste, die einer Partei zugehörig ist, kommt, darüber möchte Martin Weiß noch nichts sagen. "Nein, eigentlich kamen wir in Rugendorf immer ohne Parteien aus. In Rugendorf haben wir immer alle zusammengearbeitet und haben alle gemeinsam für den Ort entschieden. Parteien sind auf der lokalen und kommunalen Ebene nicht so ausschlaggebend", findet Weiß nach wie vor.

Auffällig bei der aktuellen Liste der Rugendorfer ÜWG ist, dass völlig neue Gesichter am Start sind. Nur noch Hermann Schmidt und Albert Müller sind nominiert, keine weiteren amtierenden Gemeinderäte. Stattdessen stehen mit Hermann Dippold und Helga Weiske Weiß-Kritiker zur Wahl.

"Wenn es an der Zeit ist, werden wir uns sicher noch einmal zusammensetzen. Es ist noch nichts entschieden, was wir machen werden", sagt der Bürgermeister.