Sebastian und Kirsten Kleim sind ein tolles Team. Die Geschwister aus Coburg haben mit einem raffinierten Robotersystem den Regionalwettbewerb von Jugend forscht im Fachbereich Arbeitswelt gewonnen. "Unsere Entwicklung ermöglicht bettlägerigen Krankenhauspatienten, unterschiedliche Dinge an ihr Bett gebracht zu bekommen, ohne eine Krankenschwester darum bitten zu müssen." Der 16-Jährige und seine zwei Jahre ältere Schwester sehen darin großen praktischen Nutzen: "Das Personal wird entlastet, der Komfort für den Patienten gesteigert. Der Roboter kann vorbereitete Medikamente austeilen oder eine Flasche Wasser bringen."
Die Juroren waren voll des Lobes über die Ideen der 90 Schüler im Alter zwischen 15 und 21 Jahren aus ganz Oberfranken, die in der Dr.-Stammberger-Halle um die Siegertitel in sieben Fachbereichen kämpften. Die Teilnehmer glänzten nicht nur mit kreativen Ideen, sondern auch mit durchdachten Ausführungen und überzeugenden Präsentationen. Wegen des hohen Niveaus der Wettbewerbsbeiträge vergab die Jury erstmals neun erste Preise.

Heilpflanzen kontra Bakterien


So werden neben den Geschwistern Kleim acht weitere Preisträger Oberfranken beim Landesentscheid in München vertreten. Den mit 15 Arbeiten am härtesten umkämpften Fachbereich Biologie entschied Katharina Zeman-Kuhnert aus Bamberg für sich. Sie widmete sich dem experimentellen Nachweis der antibakteriellen Wirkung von Heilpflanzenextrakten. Welche Probleme ergeben sich bei der Biogas-Produktion und wie können diese gelöst werden? Diesen Fragen ging Tobias Schneider aus Neustadt bei Coburg im Fachbereich Chemie nach und baute für den Wettbewerb eine Mini-Biogasanlage.
Einen ersten Preis im Fachbereich Mathematik/Informatik erkämpften sich Lukas Fischer und Maximilian Springer aus Lichtenfels. Die beiden Gymnasiasten haben ein Programm entwickelt, um die Lösung eines Schachproblems zu simulieren. Auch wenn viele Besucher den mathematischen Berechnungen höchstens ansatzweise folgen konnten - sie blieben fasziniert stehen und staunten.
Viele Neugierige lockte ein Projekt der Geo- und Raumwissenschaften an. Der"Geographic Car-Catcher" von Nadine Bretterreich, Phillipp Fuchs und Matthias Kühnlein, Auszubildende der Robert Bosch GmbH, macht elektrisch betriebene Autos besser hörbar und erleichtert sehbehinderten Menschen die Teilnahme am Straßenverkehr.
Ob mit praktischem Nutzen oder eher theoretischer Natur - alle Projekte zeigen, dass sich die Schüler mit ihrer Umwelt aus einandersetzen. Dass am Ende nicht alle auf dem Siegertreppchen stehen können, ist selbstverständlich, und so sahen die elf Kulmbacher Teilnehmer, alle Schüler des Caspar-Vischer-Gymnasiums, den Wettbewerb sportlich unter dem Motto "Dabei sein ist alles".

Ein dritter Preis für Kulmbach


Zumindest über einen kleinen Preis dürfen sich aber auch zwei Kulmbacherinnen freuen: Helene Ramming und Eva Woitzik untersuchten Muscheln im Watt. Dafür gab es den dritten Preis der Geowissenschaften.
Regierungspräsident Wilhelm Wenning zeigte sich bei einem Rundgang von der Praxisnähe und dem Engagement der Nachwuchsforscher ebenso begeistert wie die Vertreter der Patenunternehmen, die den Wettbewerb finanzieren (die Firma Brose aus Coburg, die Loewe AG aus Kronach und die oberfränkischen Sparkassen). Zusätzlich zu den ausgelobten Einzelpreisen für die fünf besten Forscherschulen gab es bei der Siegerehrung Schulpreise in Höhe von jeweils 500 Euro von der Rehau AG.