Wie geht man auf einen Hund zu, wie streichelt man ihn richtig und wie füttert man ihn am besten mit einem Leckerli? Das und vieles mehr erklärte Hundetrainerin Annelie Habermann am Sonntagnachmittag bei einem Kinderkurs im Wonseeser Ortsteil Zedersitz. Habermann hatte ihre eigenen fünf Hunde mitgebracht, die ihr beim Vermitteln der Inhalte halfen.

Die Teilnehmer im Alter zwischen drei und 13 Jahren hatten unterschiedlich viel Hundeerfahrung. Bei manchen gab es in der Familie bereits einen Vierbeiner, manche kamen nur aus Interesse. Wieder andere hatten bereits schlechte Erfahrungen gemacht und versuchten so, ihre Angst zu überwinden.

Habermann leitet in Bamberg eine Hundeschule und betreibt regelmäßig mit ihren eigenen Vierbeinern verschiedene Hundesportarten. Sie zeigte den Kindern nicht nur, wie man einen Hund dazu motiviert, über Hindernisse zu springen, sondern erklärte ihnen auch das richtige Verhalten, wenn man - auf dem Land nicht unüblich - auf der Straße einem frei laufenden Vierbeiner begegnet: "Ruhig bleiben, nicht wegrennen, sonst denkt er, du bist ein Hase und rennt hinterher."

Ein Tänzchen gefällig?

Auch wenn man an einem Zaun mit bellendem Hund vorbeigehe, gelte es, Ruhe zu bewahren und das Tier am besten zu ignorieren.

Am besten gefiel den Kindern eine Übung aus dem Hundesportbereich "Dog Dancing", Tanzen mit dem Hund. Wer mit dem Leckerli in der Hand kurz mit dem Kopf zur Seite nickte und das Kommando "Tanz" rief, brachte Habermanns Husky-Hündin Iluq dazu, Pirouetten zu drehen. Weil das "Dog Dancing" bei den Kindern auf so große Begeisterung stieß, führte die Hundetrainerin am Ende noch einige Tricks vor, wie sie sie normalerweise bei Festen oder Wettbewerben zum Besten gibt. Die Kinder applaudierten.

Die achtjährige Bea Schreppel berichtete vom Jagdhund ihrer Oma. Der könne zwar Kommandos wie "Sitz" und "Platz", aber Tanzen sehen habe sie ihn noch nicht. Viele Kinder und auch Erwachsene hörten am Sonntag zum ersten Mal von Hundesportdisziplinen wie "Dog Dancing", "Cani Cross" oder "Bikejöring". Bei Letzteren lässt man sich vom Hund ziehen - zu Fuß beziehungsweise auf dem Fahrrad.

Die 31-jährige Hundetrainerin ist seit 1996 im Hundesport aktiv. Damals war sie gerade einmal sechs Jahre alt. Bereits als Jugendliche begann sie, Kurse zu geben. Später finanzierte sie so ihr Studium zur Wirtschaftsingenieurin. Habermann wurde unter anderem mehrfache bayerische und deutsche Meisterin im Turnierhundesport. Die Arbeit mit Hunden und Menschen gefiel ihr so sehr, dass sie sie zum Beruf machte.

Im Jahr 2009 gründete sie die Hundeschule "Hundetrainer Bamberg". 2017 baute sie ihr Angebot aus zum "Hundesitter Bamberg" und eröffnete das Hundebedarfsgeschäft "Zum Hündla" in Stegaurach. Am Hundetrainingsplatz auf der Regnitztaler Alm unterrichtet sie das ganze Jahr über alle Facetten der Hundeerziehung vom Welpentraining über Hundeturniersport bis hin zu modernen Freizeitbeschäftigungen mit dem Vierbeiner, zu denen auch "Dog Trekking" oder "Stand Up Paddling" gehören. Mehr Informationen unter www.hundetrainer-bamberg.de.

Die Schulbank gedrückt

"Die Nachfrage ist enorm gestiegen", berichtet die erfahrene Hundetrainerin. Während früher nur wenige Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern die Schulbank drückten, absolvieren mittlerweile die meisten mindestens den Welpenkurs. Viele Menschen suchten neue Möglichkeiten, sich im Alltag mit ihren Hunden zu beschäftigen. Das sei eine sehr gute Entwicklung, so Habermann. Auch an die Zusammenführung von Hund und Kind gingen die Menschen heute überlegter heran. "Viele meiner Kunden sind Lehrer, die ihren eigenen Hund mit in die Schule nehmen", erzählt sie. Auch sie selbst habe das Konzept in ihr Repertoire aufgenommen. Habermann besucht Familien sowie Kindergärten und Schulen, um Kindern den Umgang mit den Vierbeinern spielerisch beizubringen.

Kinderkurs als Vorbeugung

Bei den Zedersitzer Eltern kam der Hundkurs für Kinder gut an. Melanie Schorn, Mutter einer Sechsjährigen, sagt: "Die Kinder lernen neben dem richtigen Umgang auch, die Tiere zu respektieren." Ihre Tochter gehe mit dem Familienhund sehr vorsichtig um und das sei auch gut so. Auch für diejenigen, die keinen Hund zu Hause haben, seien solche Berührungspunkte in sicherem Umfeld wichtig.

Beispielsweise hatte die Hundetrainerin geduldig und freundlich erklärt, warum der Hund zusammenzuckt, wenn man sich zu schnell nähert, laute Geräusche macht oder, wenn man ihm bei der Begrüßung von oben auf den Kopf fasst.

Jeannette Bayerlein, Mutter einer Zwölfjährigen, lobte das Konzept: "Ich finde es gut, dass solche Vorbeugungsmaßnahmen angeboten werden. Gerade weil Kinder nicht daran denken, dass ein Hund Angst bekommen könnte, ist es wichtig, ihnen den richtigen Umgang zu zeigen." So lasse sich vermeiden, dass Hunde und Kinder schlechte Erfahrungen miteinander machen.