In der im Frühjahr vorgestellten Verkehrsstatistik für das Jahr 2020 tauchte überhöhte Geschwindigkeit einmal mehr als die Hauptunfallursache auf. Bei jedem vierten Unfall war Raserei der Grund für teilweise gravierende Personen- und Sachschäden.

Sandreuth bleibt ein Schwerpunkt

Zusammen mit Spezialisten der Verkehrspolizei Bayreuth kontrollierten Stadtsteinacher Beamte in den vergangenen Tagen die gefahrenen Geschwindigkeiten auf der Bundesstraße 303 und der Staatsstraße 2183.

Bei zwei Messungen am Freitag und am Montag jeweils zur Hauptverkehrszeit in der Ortsdurchfahrt des Harsdorfer Ortsteils Sandreuth mussten über fünf Prozent der gemessenen Fahrzeugführer beanstandet werden. Von fast 1500 Verkehrsteilnehmer hielten sich 76 nicht an die vorgeschrieben Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern. Neun Fahrzeugführer werden einen Bußgeldbescheid erhalten. Der Rest kommt noch mit einer Verwarnung davon. Der traurige Spitzenreiter hatte 83 Sachen auf dem Tacho, als er die Messstelle passierte.

Fünf Tage am Stück geblitzt

Noch enttäuschender für die Stadtsteinacher Beamten war das Ergebnis einer Messung auf der Bundesstraße 303 bei Rugendorf. Dort ist die Geschwindigkeit aufgrund mehrerer Einmündungen auf 70 Stundenkilometer begrenzt. Die Verkehrspolizei Bayreuth setzte hier zum ersten Mal über den Zeitraum von fünf Tagen den neuen "Enforcement Trailer", eine stationäre Messstelle, ein. Bei der Messung in Fahrtrichtung Kronach passierten fast 6400 Fahrzeuge den Messpunkt.

Das traurige Ergebnis: Über sieben Prozent waren teilweise deutlich zu schnell. 400 Verkehrsteilnehmer erhalten demnächst Verwarnungen, 58 Bußgeldanzeigen - und drei werden ihren Führerschein für mindestens einen Monat abgeben müssen.

Drei Monate zu Fuß

Ein Autofahrer passierte die Kontrollstelle mit sage und schreibe 147 Stundenkilometern. Bei optimaler Reaktion und besten Straßenverhältnissen bräuchte dieser Raser mehr als 200 Meter, um seinen Wagen im Notfall zum Stehen zu bringen. Er muss jetzt drei Monate zu Fuß gehen und mindestens 600 Euro Bußgeld zahlen, zudem erhält er zwei Punkte in Flensburg.

Die Polizei Stadtsteinach wird weiterhin mit konsequenten Kontrollmaßnahmen und Aufklärung versuchen, auf die Verkehrsteilnehmer einzuwirken, um der Hauptunfallursache Geschwindigkeit Herr zu werden.