Das Bild zeigt die Weihnachtsgeschichte mit dem Jesuskind in der Mitte und der Anbetung der Hirten. Außergewöhnlich ist, dass das Bild eine Grube mit einer Lanze zeigt. Das ist für Reinhard Stelzer, der der Himmelkroner "Kulturpapst" ist, der Hinweis auf den Kreuzestod Jesu Christi. Was man laut Stelzer über das Bild definitiv weiß: "Es wurde 1605 gemalt, im Gedenken an den damaligen Klosterverwalter Johann Goeckel, der um die Zeit verstarb."

Aus Bamberg vertrieben


Familie Goeckel aus Bamberg hat das Bildnis in Auftrag gegeben. Wie Reinhald Stelzer erläutert, ist das Gemälde besagtem Johann Goeckel gewidmet, einem Protestanten, der im katholischen Bamberg als Geschichtsschreiber tätig war . Und der aus der Domstadt vertrieben wurde, als die Gegenreformation immer stärker wurde. Johann Goeckel ging laut Stelzer ins protestantische Markgrafentum nach Himmelkron. "Er wurde hier Klosterverwalter", stellt der Himmelkroner fest.
Der Einzige, der auf dem Johann Goeckel gewidmeten Bild den Betrachter ansieht, scheint der Künstler selber zu sein, der sich am rechten oberen Rand des Ölgemäldes vermutlich selbst verewigt hat. "Wir wissen nicht, wer es ist. Nur so viel, dass es wohl ein flämischer oder niederländischer Maler sein muss", sagt Reinhard Stelzer, der nicht ausschließen will, "dass das Bild in unserer Kirche nachgemalt worden ist". Nach dem Ursprung des Bildes forscht er schon lange. So hat er schon mal eine Ablichtung an die zuständige Stelle für nichtstaatliche Museen in München gesandt. "Die dort zuständige Frau Reindl hat das Rätsel aber auch nicht lösen können."
Auch Heimatforscher Helmuth Meißner hat sich schon damit beschäftigt, den Namen des Malers herauszufinden. Vergeblich.
Entdeckt hat man laut Stelzer aber, dass das protestantische Gedächtnisbild schon mal hinter dem Altar hing. "Dort waren die Wände aber zu feucht. Deshalb hat man es an anderer Stelle in der Stiftskirche platziert."

Nur noch wenig Hoffnung


Auf dem Bild, das 1795 restauriert worden ist ("Vornehmlich der Rahmen"), geht es um Epiphanias, die Erscheinung des Herrn. "Für uns ist es immer das ungelöste Weihnachtsrätsel, weil wir eben nicht wissen, wer das Bild gemalt hat. Wir haben zwar das Gesicht des Malers, aber man weiß nicht, wer es ist", sagt Reinhard Stelzer, der nur noch wenig Hoffnung hat, dass das Geheimnis des Himmelkroner Bildnisses gelüftet wird.