Es ging um den ewigen Kampf zwischen Mann und Frau und um weibliche Raffinesse, sich aufzubrezeln und einen (selbstverständlich auch materiell) potenten Mann zu angeln. Aber das war nicht alles: Ganz im Hintergrund versteckt machen die "Prima Tonnen" richtig gutes politisches Kabarett. So mutiert die an sich verulkende Nummer mit den allgegenwärtigen Gartenzwergen zu einer Kritik am ebenso allgegenwärtigen Abhören und Datensammeln ("wir stehen überall und sind vielleicht Staatsbedienstete und Terroristenfahnder").

In einer anderen Nummer jubeln die beiden mit "schwarz-rot-gelben" Cheerleader-Puschen der Fußball-WM nach, ärgern sich aber darüber, dass man neuerdings nicht mehr mit so viel Freude Schwarz-Rot-Gold zeigen könne - seit Pegida.
Sie distanzieren sich explizit von dieser "Bewegung" und schieben auch gleich ein paar Brocken gegen Hartz-IV-Elend nach.


Anmutig gemeinte Tanzeinlagen


Bettina von Haken beißt in den Nebensätzen und mit groben Bemerkungen, spielt aber - und das hörbar lauter - die dicke Ulknudel, indem sie sketchartig witzige Situationen zum Besten gibt. Und sie arbeitet sich mit anmutig gemeinten Tanzeinlagen schier auf.

Edeltraut Rey macht die Musik. Sie spielt Gstanzln über tolle berühmte Männer, die sie persönlich gar nicht mag, selbst gemachte Verse zu allseits bekannten Melodien. Dass sie von weiland Ludwig Hirschs bissig-sarkastischen Texten beeindruckt ist, merkt man deutlich. Und: sie spielt ganz hervorragend Gitarre, demonstrativ ohne Schuhe.

Die "Prima Tonnen" treten oberbayerisch auf, ohne Kompromiss. Mithilfe des Publikums wird die innerbayerische Sprachenvielfalt erkundet.


Es geht auch um die "Klein(geld)kunst"


Sie nehmen sich auch selbst auf die Schippe - aber wieder nicht ohne Biss und das gleich gegen ihr ganzes Metier, die "Klein(geld)kunst." Damit wird man konfrontiert, wenn man spät nachts oder sehr früh nach einem Auftritt nach Hause kommt, sich nach ein paar Minuten Schlaf fünf Semmeln (oder Laabla) holen will - und sich dann die Bäckereifachkraft anhören muss, die jeden Tag acht Stunden im Laden stehe, wohingehen man selbst doch "nur zwei Stunden blöd daherreden" müsse. Dass daran noch massig stundenlange Vorbereitungen hängen, das wird nicht bemerkt. Das Brettla-Publikum tat's und spendete riesigen Beifall.